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Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen – Leigh Bardugo

gefällt das.
Wonder Woman | Kriegerin der Amazonen | Einzelband | Leigh Bardugo |Seitenzahl: 448 | DTV Verlag | erschienen am 6. Februar 2018 |Ebook: 14,99 €, Print: 18,95 € | Ansehen: auf Amazon, beim Verlag

Freunde, wir müssen reden. Wieso hat mir keiner dieses Buch vorher empfohlen? WIESO? Okay, vermutlich hat es jeder gelesen, nur mich hat es zu Beginn nicht wirklich angesprochen oder die ganzen Aktionen gingen tatsächlich an mir vorbei, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall habe ich dieses Buch im Rahmen für eine Aktion gelesen (selbst gekauft übrigens) und ich war skeptisch.

» Der Inhalt «

Wonder Woman – als Heldin geboren, zur Legende geworden

Eigentlich will Diana, Tochter der Amazonenkönigin, nur eines: das Rennen gewinnen, in dem sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten muss. Doch dann erblickt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und bewahrt Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Tod. Doch wie Diana vom Orakel erfährt, ist es Alias Bestimmung, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um dies zu verhindern, reist Diana mit Alia ins ferne New York – und wird unversehens mit einer Welt und Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte …

Quelle: DTV Verlag

» Rezension«

Wisst ihr, es scheint bei mir langsam Trend zu sein, Bücher immer dann zu lesen, wenn der große Hype direkt abgeflacht ist und ich den Zug für die richtig krassen Klicks verpasst habe – ärgerlich (ein kleiner Spaß am Rande).
Dieses Buch ist tatsächlich erst 2019 bei mir eingezogen und soll ich ehrlich mit euch sein? Ich habe es auch zu dem Zeitpunkt nur gekauft, weil es zu der Reihe von DTV zählte, zu der wir gemeinsam eine coole Aktion planen. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, ob ich es mir unter anderen Umständen gekauft hätte. Ich stand immer wieder in der Buchhandlung davor, habe immer wieder mit mir gerungen, nur um es dann wieder zurückzustellen. Ich mag die Sagen um die Amazonen. Ich liebe die Mythologie dahinter, aber Diana oder Wonder Woman war für mich wie Superman in weiblich, wir sind nie so wirklich miteinander ausgekommen. Ich fand den Film klasse, aber es hat mich nie wirklich so vollends erreicht. Sollte es also mit dem Buch anders sein?

Ich begann also zu lesen. Immerhin sollte das Buch die jüngere Version von Diana darstellen und ich war gespannt, was mich erwarten würde. Der Einstieg beginnt klasse. Mit dem leichten Gefühl der Spannung direkt vor dem Wettlauf erwartet man eigentlich, dass Diana ruhmreich hervorgehen wird. Sie selbst ist sich ebenfalls so sicher. Naja es kommt meist anders als man denkt und auch nicht so wie man es erwartet. Diana war für mich direkt eine Person, mit der ich mich verbunden fühlte. Ich verstand sie und ihre Gedankenwelt, den Drang sich zu beweisen, das Gefühl, nicht vollends dazuzugehören und anders zu sein. All das sorgte dafür, dass ich das Gefühl hatte, selbst ein Stück der Geschichte zu sein, es mit ihr zu erleben, denn die Autorin versteht es, den Leser wirklich wundervoll in diese Geschichte einzuführen. Man lernt alles kennen, verstehen und vor allem Lieben. Doch Schönheit kann trügerisch sein, so muss auch Diana verstehen, dass ihre Mutter zu allererst eine Königin und dann erst eine Mutter sein muss. Schon sehr schnell überschlagen sich die Ereignisse und Diana begeht einen folgenschweren Fehler, einen Fehler, der alles ins Rollen bringt, der mit Alia, unserer zweiten Protagonistin, beginnt.

Neben Diana wird die Story aus eben dieser Sicht erzählt und ich finde es klasse, wie die Welt der Amazonen mit einem PoC Charakter verknüpft wurde. Die Autorin hat vor allem den Alltagsrassismus gut mit eingearbeitet, wodurch vor allem dem Leser eben dies trotz der restlichen Storyline wirklich toll vor Augen geführt wird. Sie zeigt indirekt mit dem Finger darauf und ich glaube, erst da ist mir so wirklich bewusst geworden, wie sehr wir Menschen eigentlich in Schubladen denken. Wie dieses Buch mir auf seine ganz eigene Art und Weise die Augen geöffnet hat. Absolut phänomenal. Und Leute, ich fand Alia direkt sympathisch. Naiv vielleicht und immer mit dem Glauben daran, dass dies alles nicht wahr sein könnte, was mich zu Beginn ein wenig gestört hat, aber mit dem Verlauf wächst sie an ihrer Aufgabe sogar über sich hinaus.
Auch Nim, Alias beste Freundin, fand ich super cool. Und können wir über Alias Bruder reden? WAS ZUR HÖLLE IST DAS DENN BITTE?! Also ich hab wirklich mit allem gerechnet, aber ab diesem Wendepunkt war meine Skepsis wie weggeblasen. Krass, einfach krass, was die Autorin dort für Wendepunkte eingebaut hat und die letzten 60 Seiten habe ich mit einem dicken Kloß im Hals und ein paar Tränchen überstanden. Hach, das war Spannung, Aktion, Verlust und der Glaube. Generell fand ich, dass die Story gerade durch diese Vielfalt an Figuren gelebt hat. Es war erfrischend, neu und hat wahnsinnig Spaß gemacht, diesen Figuren einen Teil ihres Lebens zu folgen. Schade, dass es nicht mehr gibt, aber das Ende war wirklich toll gesetzt.

Wisst ihr, ich war wirklich skeptisch. Konnte mich die Story zu Beginn nicht vollends überzeugen. Der letzte Funken hat irgendwie gefehlt, der Anfang erinnerte mich sehr an den Film und ich hatte mit mehr Vergangenheit gerechnet. Jau, all das bekam ich dann wirklich mehr oder weniger ins Gesicht geworfen so als hätte die Autorin gewollt, dass Leser sagen: Naaaah, das kenn ich doch irgendwie, nur um dann den Wendepunkt schlechthin zu bringen und zu sagen: Weißt du was? Glaubst du.

Mir hat die Idee wirklich wahnsinnig gut gefallen. Mir hat die Wandlung der Charaktere, die Umsetzung und vor allem die Message gefallen: Manchmal ist es gut, sich nicht an Regeln zu halten, an sich zu zweifeln und selbst herauszufinden was man wirklich kann. Es ist okay zu zweifeln, in Ordnung zu scheitern, solange man seinen Glauben an… irgendetwas… nicht verliert. Glaube und ein Ziel sind das, was nachher die Stärke in uns hervorbringt und Leute… ich bin ein kleines bisschen verliebt und sehe vor allem Wonder Woman mit ganz anderen Augen. Ich verstehe viel mehr und ich glaube, auch den Film würde ich jetzt mit ganz anderer Wahrnehmung gucken.

Fazit: Ich bin restlos begeistert, der Funke, der letzte Funke, ist übergesprungen hat mich erreicht und abgeholt. Die Figurenkonstellation ist absolut hinreißend und mit jeder Seite mehr, verliebt man sich ein kleines bisschen in die Figuren. In jede einzelne von ihnen.
Geschickt verknüpft die Autorin hier LGBTQ Themen mit Alltagsrassismus und der Banalität des Lebens. Mit Feingefühl und doch einem Selbstverständnis zeigt sie uns Einblicke in die Probleme und Sprüche, mit denen solche Charaktere zu kämpfen haben. Mir hat dieser Umgang wirklich wahnsinnig gut gefallen. Ich habe selbst viel aus diesem Buch mitnehmen können und das ist absolut genial.

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2 Kommentare

  1. Moni2506

    7. März 2019 at 7:24 pm

    Hey Anna,
    gut, dass ich nicht die Einzige bin, die das Buch erst 2019 gelesen hat. ;)
    Mir gefällt deine Rezension zum Buch. Man hört dich richtig raus, wenn man zusätzlich auch deinen Stories auf instagram folgt. Meine Rezension zum Buch geht am Samstag online und ich habe dich bei mir mal verlinkt. Für mehr Austausch und so. ;)

    1. AnnaFuchsia

      8. März 2019 at 6:02 pm

      Hallo Monika,
      Da bin ich wirklich sehr gespannt auf deine Rezension und freue mich darauf sie zu lesen!
      Und das freut mich, denn genau das ist es eigentlich, was ich erreichen möchte.

      Liebe Grüße,
      Anna

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