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Weihnachtswichteln oder: Wie der Wichtel eskalierte

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Doch es gab eine Zeit, da beschlossen 11 Mädels und Jungs Weihnachtswichteln zu machen. Keine_r hatte das je zur vollen Zufriedenheit in einer solch großen Gruppe gemacht, doch sie kannten sich schon eine Weile über Instagram und Whatsapp. Wieso also nicht versuchen? Und so wart Ende November die Schnapsidee des Weihnachtswichtelns geboren.

Allerdings gab es einen Ginch, Anna, der dieses Jahr so gar nicht in Weihnachtsstimmung war. Die Umstände ließen nicht zu, dass das Weihnachtsgefühl so wirklich aufkommen wollte. Auch Weihnachtsmärkte sind nicht mehr das, was sie ein Mal waren, dachte sich der Grinch im Stillen und seufzte. Überall geht es nur noch um Kommerz, Trinken und Essen. Wo bleibt da die besinnliche Stimmung? Doch sollte es ein Wunder geben? Als die Gruppe beschloss zu wichteln, freute sich der Grinch darauf, denn was ist schöner als anderen eine Freude zu machen, gerade um Weihnachten? Es sollte zwar nicht um die Geschenke gehen, doch wer freut sich nicht über eine kleine Aufmerksamkeit? Hatte der Grinch zuvor noch den ein kleines mickriges Herz in sich getragen und geplant, ein ziemlich unpersönliches Paket zusammenzustellen, begann bei all der Freude der anderen sein Herz wieder zu schlagen.

Sollte es vielleicht noch Hoffnung geben? Als die Pakete abgeschickt waren und das Wichtelpaket vor dem Bette stand, konnte es der Wichtel kaum noch aushalten. Wie ein kleines Kind an Weihnachten luscherte er immer wieder in den Karton und sah:

Papierschnipsel. Wahnsinn, wer hatte ihm denn dort ein Puzzle geschenkt? Die Neugier war nicht wirklich befriedigt, doch dann hatten alle Wichtel ihr Paket und auch der Grinch durfte das Paket aufmachen. Unter all den Puzzlestücken befanden sich doch die einzelnen Geschenke und was er sah, das machte ihn sprachlos. Das Limit des Wichtelns war wirklich übertroffen worden und das Herz in seiner Brust wuchs und wuchs (irgh, Gefühle).

Mit jedem Geschenk, das der Grinch auspackte spürte er, wie viel Mühe sich der Wichtel gegeben hatte, wie viel Liebe in jedem einzelnen Geschenk steckte und wie viel Gedanken man sich um ihn gemacht hatte. Schon bekam er ein schlechtes Gewissen. Alá Grinch-Manier hatte er seine Geschenke mehr schlecht als Recht eingepackt und nun das Gefühl, dem Zauber der Weihnacht nicht gerecht zu werden. Doch wie sagten die Wichtel so schön: Es kommt nicht auf den materiellen Wert an, sondern darauf, von wem es kommt und was dahinter steckt. Selbst dann könnte ein Taschentuch das schönste Geschenk der Welt sein.

 Doch so richtig an das Aufmachen der Geschenke traute sich der Grinch nicht. Ich könnte die Geschenke auch einfach so in das Regal stellen, dachte er sich. Auch das würde den Zauber und die Neugierde erhalten.

Aber wir wissen doch alle, wie neugierig Menschen sein können und so griff er auch schon zum ersten Paket. Und was er dort fand, ließ ihn staunen und vor Freude strahlen.

Ein Schnatz, ein eigener Schnatz. Seitdem der Grinch sein Harry Potter Regal über dem Bette hatte, war wieder viel Platz für Merch. Und was passte dort besser zu als ein Schnatz, der sagt: I open at the close? Nichts, stimmt.

Doch auch die weiteren Geschenke waren so voller Herzblut und Liebe eingepackt und verschenkt worden, dass der Grinch euch dies nicht vorenthalten kann und nun einfach alles auf ein Mal zeigt:

Und als der Grinch das sah, wusste er, dass Weihnachten nicht aus Geschenken besteht, sondern aus dem Gefühl, der Liebe und der Freundschaft. Das es nicht um die Geschenke geht, nicht um den materiellen Wert, sondern darum, von wem die Geschenke kommen und was sie einem selber bedeuten. Das schönste Geschenk, die teuerste Uhr wäre nichts wert, wenn sie von niemandem kommen würde, der einem etwas bedeutet.

Außerdem vergesst eines nicht: Materielles ist vergänglich. Materielles ist kurzweilig, Gesundheit, Freundschaft, Familie, Zufriedenheit und Freude kann man sich jedoch nicht kaufen.

Und der Grinch wusste, dass die Gruppe recht gehabt hatte: Er hätte auch ein Taschentuch verschenken können, wenn die Geste dahinter stimmte. Wenn das Gefühl dahinter Freundschaft oder Freude war, ist es egal, welchen Wert man für den anderen ausgibt, er ist es einen wert ♥


Und die Moral von der Geschicht, wenn etwas von Herzen kommt, wenn es demjenigen oder dir etwas bedeutet, dann ist der Wert des Geschenkes egal. Wenn du merkst, wie viele Gedanken sich der andere gemacht hat bei der Auswahl, dann wertschätze es.

Du weißt nicht wie lange du manche Menschen in deinem Leben haben wirst. Und das kann dir kein materieller Wert der Welt zurückgeben.

Und wisst ihr, bei diesem Wichtelpaket habe ich gemerkt, wie selbstverständlich man Nächstenliebe einfach nimmt, wie selbstverständlich man manchmal davon ausgeht, einfach ein Geschenk zu erhalten, weil man es sich ja gewünscht hat. Und dann gibt es Wichtelpakete wie diese, die einem zeigen, mit wie viel Liebe und Freude manche Menschen einfach dabei sind. Mit wie viel Spaß sie Dinge verschenken und das ohne wirklich eine Gegenleistung zu erwarten, weil die Freude, die der andere empfindet sie glücklich macht.

Es ging mir beim Auspacken nicht mehr wirklich um die Geschenke, denn Bücher kann man sich z.B. auch selber kaufen, sondern vor allem darum, von wem sie kommen und wie sie verpackt waren. Ich hatte wirklich beim Auspacken das Gefühl, die Freude und Neugierde des Anderen zu spüren. Die Erwartung und die Liebe zum Detail. Das waren die Momente, die mich beim Auspacken wirklich berührt haben, bei denen ich gemerkt habe: Freundschaft kann man mit keinem materiellen Wert vergleichen, sondern nur mit dem Gefühl, das es dir gibt.

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1 Kommentar

  1. Buchbahnhof

    26. Dezember 2018 at 5:38 pm

    Wunderschön geschrieben und ein wunderschönes Paket. Ich wünsche dir einen schönen zweiten Weihnachtsabend und einen guten Rutsch in ein spannendes Jahr 2019!
    LG
    Yvonne

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