Akutelles Kolumne

Von der Individualität im Internet und der Predigt des Charakters

gefällt das.

Wir sprechen von Individualität, von Kreativität und davon wie wichtig der Charakter ist. Individualität wird in unserer Gesellschaft großgeschrieben. Wir definieren uns selbst – egal, ob bewusst oder unbewusst- in der Abgrenzung zu anderen (1). Es geht vor allem darum, sich selber und seinem Blog ein Gesicht zu geben, um in der Flut an Bloggern nicht unterzugehen. Dan des Internets ist es ja inzwischen sehr einfach geworden, online und dauerhaft vernetzt zu sein.
Doch gibt es diese Individualität, besonders den Charakter im Internet wirklich?
Wir reden davon, dass zuallererst der Charakter zähle, doch nehmen wir diesen, besonders im Internet, immer zuerst wahr?


Das Internet sorgt dafür, dass alles schnelllebiger wird und damit vor allem auch die Kommunikation im Internet. Es ist also wichtig, bereits in wenig Zeit durch seine Einzigartigkeit zu überzeugen (2). Tut dies ein Blogger nicht, wird die Seite ziemlich schnell wieder verlassen.

Individualität und Charakter? Das ist wohl eine ziemlich berechtigte Frage

Individualität geht vor allem mit viel Freiheit und Autonomie einher (3). Wir haben heute so viel Auswahl an Optionen, an Dingen, die wir tun oder nicht tun können, dass wir unsere Rahmen der Orientierung so langsam verlieren (4). Wir können alles tun auf unseren Blog und wer dient als Orientierungshilfe? Andere Blogger, Blogger, die uns inspirieren oder zu denen wir aufschauen. Hypes und Trends in der Branche geben uns ebenfalls gewisse Rahmen- „Ideen“ vor, denen häufig auch vielen folgen. Ist dies so verwerflich? Im Grunde nicht. Sorgt doch gerade dieses Besprechen dafür, dass bestimmte Bücher in aller Munde sind. Zwei Seiten einer Medaille. Wir sprechen von Individualität und haben doch ähnliche Themen. Kann es dann eine Individualität und vor allem Charakter gerade auf Blogs geben?

Kann man anhand eines Blogs den Charakter oder die Persönlichkeit herauslesen?

Und damit meine ich jetzt nicht Social Media Kanäle, wie das Facebook Profil, auf denen all die Interessen aufgelistet sind, die man selber eingetragen hat, sondern Fotos und Beiträge des Bloggers/der Bloggerin. Menschen sind einzigartig, individuell und vor allem in sich komplett verschieden. Ich finde, was man schnell an einem Blog merkt, ist, ob derjenige wirklich mit viel Spaß und Herzblut dabei ist, ob derjenige sich Gedanken gemacht hat und ob derjenige auch aktuelle Themen aufgreift und seine Gedanken dazu äußert.
Aus Beiträgen kann man meiner Meinung nach besonders gut den Umgang mit Themen herausfiltern: Wird provokant mit Themen umgegangen? Zeigt jemand beide Seiten auf oder beleuchtet er/sie ein Thema nur einseitig? Dabei kommt es in meinen Augen nicht mal darauf an, ob es „nur“ Aktionen sind, sondern was der Blogger selber aus der ganzen Sache macht. Ich kann auf eine Frage mit einem Satz antworten, oder ich schreibe einen kompletten fundierten Artikel über das Thema, wenn ich mehr dazu zu sagen habe.
Sagt das etwas über die den Charakter oder die Persönlichkeit des Menschen aus? Ich sage: Nur bedingt. Der erste Eindruck entsteht gerade aufgrund der Beiträge und Fotos und vor allem dem Aufbau einer Seite – weshalb ich gerade das immer wieder als wichtig erachte. Anhand dessen, finde ich, macht man sich schon schnell einen Eindruck über die Qualität eines Blogs, nicht unbedingt aufgrund des Charakters. Jemand postet aussagekräftige Fotos und Beiträge, die zum Nachdenken anregen und ich länger durch den Blog scrolle? Individualität ja, Charakterfrage eher nein.

Was ist dann Individualität?

Bevor wir weiter zu der Persönlichkeits- und Charakterfrage kommen, möchte ich ein Mal das Thema Individualität aufgreifen und werfe die Behauptung in den Raum: Der Blog ist nur so individuell wie seine Betreiber. Wir wollen uns abgrenzen und anders sein, schreiben aber doch immer wieder über die gleichen Themen wie Bücher und aktuelle Belange. Individualität? Ja, denn in meinen Augen kommt es auf den Umgang damit an.
Wie oben schon erwähnt, kann ich einen 0815 Beitrag schrieben, in dem ich auf eine Frage eine Antwort gebe oder ich verleihe dem Ganzen meine eigene Note.
Als Beispiel:

Nicci von Trallafittibooks, die immer wieder mit fantastischen Ideen und Aktion um die Ecke kommt, auch kritische Themen auffasst und damit umzugehen weiß

Ivy von Ivybooknerd, die immer wieder Beiträge schreibt, die zum Nachdenken anregen

Jill von Letterheart, die Beiträge wundervoll formulieren und begründen kann, ohne Dinge zu einseitig zu betrachten und trotzdem dem Ganzen ihre eigene Note verleiht

Jacquelin von Bookaholic., die auf Facebook sehr aktiv ist und mir vor allem mit ihrem malerischen Stil zu Schreiben in Erinnerung geblieben ist

Oder auch Anna und Sarah von Die Buecherhexen, die mir nicht zuletzt durch die Kerzen im Gedächtnis geblieben sind

Ramona von Kielfeder, die ich vor allem wegen ihrem seriösen und sehr kompetenten Stil sehr schätze

Nina von Ninoimwunderland, Nina von Miss_mandrake oder auch Samy von Unauffällig.auffallend nur um ein paar Beispiele an Bloggern zu nennen, die mir auf verschiedensten Plattformen hängengeblieben sind

Ihr merkt, Individualität hat nicht nur was mit neuen und innovativen Ideen zu tun, sondern allem, was man macht, seine ganz eigene Note zu verleihen. Individualität hat man nicht, Individualität entwickelt man, ebenso wie seinen Stil und seine Art zu Bloggen. Genauso wie wir Menschen uns jederzeit weiterentwickeln. Nicht umsonst trennen sich Wege zweier Menschen, die sich einfach in komplett unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Nicht umsonst entfolgt man Bloggern, weil der eigene Geschmack vielleicht nicht mehr dem auf dem Blog entspricht.
Individualität ist darüber hinaus immer wieder eine Sache der Empfindung.

Ich nehme als Beispiel einfach mal die weißen Hintergründe bei Instagram oder Beiträge zu Aktionen.

Ich persönlich liebe weiße Hintergründe, die Schlichtheit und die Art, wie Bücher dann ins Szene gesetzt werden. Für mich ist jedes Foto individuell, nicht umsonst sagt man ansonsten manchmal: Das erinnert mich jetzt aber stark an [Hier beliebigen Namen einfügen]. Andere sagen genau dazu: Sieht doch alles gleich aus, was ist daran individuell?
Gleiches zu den Aktions-Beiträgen. Es ist alles auch immer eine Frage des Geschmacks und was ich selber von einem Blog erwarte, denn ich selber suche mir die Blogs und Blogger aus. Gerade in der heutigen Zeit, wo es so einfach geworden ist und man Informationen quasi direkt und jeder Zeit erhalten kann.
Das ein Blog individuell ist und überzeugend wirkt, hat also aus dieser Sicht erst einmal nichts mit dem Charakter oder der Persönlichkeit als solcher zu tun. Überzeugend ist das, was der Blogger macht oder eben nicht macht. Individuell ist das, wie er mit Dingen umgeht, welche und was für und vor allem wie er Beiträge verfasst und ob das Ganze zu mir als Leser passt. Sei es der Lesegeschmack oder die Art zu schreiben. Auch das wird von jedem Menschen anders aufgefasst und wahrgenommen.
Wir entscheiden also anhand weniger Faktoren:
– Design
– Aufbau
– Beiträge
– Rechtschreibung
– Schreibstil
– Lese- und Buchgeschmack
Ob wir einem Blog und damit auch den Blogger genauer unter die Lupe nehmen wollen. Was ich allerdings aus Beiträgen herauslesen kann: Welche Einstellung er/sie zu gewissen Themen hat, was wiederum in die Sympathie und in die Charakterrichtung hineinspielen würde, aber dazu gleich mehr.

Es ist also primär ein Mal der oberflächliche Aufbau, das, was uns der Blogger/die Bloggerin zeigt und von sich selber repräsentiert, was uns dazu bringt, einen Blog öfter aufzurufen. So mancher Blogger/manche Bloggerin zerreißen vielleicht auf unterstem Niveau Bücher, ohne fundierte Begründung und das kommt nun mal nicht bei jedermann gut an. Aber auch dies ist für mich erst einmal nicht die Persönlichkeit oder der Charakter des Bloggers, sondern seine/ihre Art und Weise, mit Dingen umzugehen und Beiträge zu schreiben – Individualität, die anerkannt werden sollte. Ich muss sie nicht gutheißen, aber auch Rants (mit fundierter Kritik) haben in meinen Augen eine große Daseinsberechtigung, aber das ist ein anderes Thema.
Kurz gesagt: Individualität ist das, was der Blogger/die Bloggerin aus seinem/ihrem Blog und den Beiträgen sowie Fotos macht und das jetzt zunächst unabhängig von den Social-Media-Kanälen wie Instagram oder Facebook.

Gibt es also gar keinen Charakter auf Blogs?

Nun, dieser Frage möchte ich weder mit ja noch mit nein begegnen, da ich finde, dass man aus Beiträgen schon eine Art der Sympathie oder Antipathie entwickelt. Gerade anhand des Umgangs mit Themen und die Art, Dinge zu verpacken, lassen schon eine gewisse Richtung erkennen. Hierzu sollte dennoch gesagt werden, dass man anhand eines Schreibstils in meinen Augen trotz allem nur schwer den Charakter eines Menschen herauslesen kann, denn der zeigt sich häufig erst bei genauerer Betrachtung. Fast so wie bei ersten Eindrücken, bei denen man zunächst auch nicht den Charakter des Menschen kennenlernt, sondern sein Äußeres (Beim Blog das Design), die Art und Weise sich zu geben und zu kommunizieren/artikulieren (Beiträge und die Art mit Themen umzugehen), nur um ein Mal ein paar Beispiele zu nennen.
Ich finde, den Charakter lernt man zunächst ein Mal genauer durch die Social-Media-Kanäle kennen. Der Blog gibt für mich dabei nur eine Art Richtung der Person vor. So kann ich anhand von Beiträgen zum Beispiel auch erahnen, ob diese Person humorvoll ist oder sich gerne und viel mit tiefgründigen Themen beschäftigt, ob demjenigen das Thema wichtig ist und wie der-/diejenige vielleicht auch ansonsten gepolt ist.
Allerdings sind das für mich wirklich mehr Richtungen und erste Eindrücke, weniger eine „Erfahrung“, die man mit dem Menschen selber gemacht hat.
Denn gerade auf Twitter oder in de Instastorys, bekommt man von den Bloggern häufig eine ganz persönlichere Seite zu sehen.
Eine Seite, aufgrund man eher auf den Charakter eines Menschen schließen kann, wobei schließen vermutlich das falsche Wort ist. Es kann meinen ersten Eindruck bestätigen oder auch widerlegen.
So kann jemand, den ich auf dem Blog als seriös und kompetent empfunden habe, auf einmal rassistische Äußerungen von sich geben oder hetzt gegen andere.
Man lernt den Menschen hinter dem Blog einfach schlichtweg besser kennen und manchmal entdeckt man Seiten an dem Blogger/der Bloggerin, die man vielleicht nicht so schätzt. Und genau das ist es, was wohl viele als Charakter im Internet bezeichnen.ße
Ich gehe sogar so weit und behaupte: So mancher lässt dies auch in die Beurteilung des Blogs einfließen.
Man kann die tollsten Fotos machen, die schönsten und fundiertesten Beiträge schreiben, wenn man mit der Person dahinter aber nicht auf einen grünen Zweig kommt, hat für so manchen Menschen dieser Blog schon verloren. Zurecht?

Ich denke, es kommt darauf an. Instagram, Facebook und Co zeigen meist nur einen kleinen Ausschnitt der Meinung oder der Art und Weise, wie ein Blogger sich gibt. So manches kann auch einfach über das geschriebene Wort schlichtweg vollkommen falsch interpretiert werden, es bleibt also abzuwägen und eine Verhältnismäßigkeit zu sehen.
Denn den umgekehrten Fall kann es auch geben: Mir ist ein Blogger unheimlich sympathisch und ich komme auf menschlicher Ebene unfassbar gut klar, aber wir teilen nicht den gleichen Buchgeschmack, wir haben andere Ansichten, was bestimmte Themen angeht, oder mir sagt die Art zu schreiben/das Design/die Beiträge an sich einfach nicht zu. Dann verfolge ich denjenigen vielleicht super gerne auf seinen Social Media Kanälen, aber besuche nicht zwingend gerne den Blog. Aber auch dies gilt es andersherum zu berücksichtigen: Ich kann von einem Blogger die Beiträge total mögen und den Schreibstil ansprechend finden, finde aber die Fotos auf Instagram und die Story, die um Genres geht, die vielleicht nicht zwingend meinen Geschmack treffen, nicht ansprechend. Dann kann auch dies dafür sorgen, dass ich den Blogger in seiner Persönlichkeit vielleicht gar nicht richtig kennenlerne, aber seine Art und Weise, die Dinge auf dem Blog so zu beschreiben, total schätze. Darüber hinaus kann man auch viel über jemanden lernen, wenn man einfach einmal in die Kommentare guckt und nachliest, wie der Blogger/die Bloggerin zum Beispiel mit Kritik umgeht oder wie er/sie gewisse Dinge auffasst.
Also ein gewisses Maß an Persönlichkeit steckt auch im Blog, es liegt nur nicht immer in einer solch offensichtlichen Form vor. Und gerade anhand solcher Dinge haben wir dann einen Eindruck, wie der Mensch ist/sein könnte.Nur um ein Mal aufzuzeigen, wie vielschichtig dieses Thema ist und das es in meinen Augen mit der einfachen Aussage: Der Charakter zähle, nicht getan ist.

Wie wichtig sind Persönlichkeit/Charakter und Individualität also wirklich?

Wir sprechen von Individualität und wie wichtig die Persönlichkeit hinter dem Blog sei, doch ich glaube, es hat sich gezeigt, dass das Eine nicht zwingend etwas mit dem Anderen zu tun haben muss, man die Verknüpfung beider aber auch nicht außer Acht lassen darf. Beide bedingen sich auf eine gewisse Art und Weise, doch wichtig ist in meinen Augen zu betonen, dass man auf dem Blog immer nur den Teil eines Menschen kennenlernt, den er möchte, dass man ihn kennenlernt.
Ich nehme mich selber gerne als Beispiel. Ich bin jemand, der auf Dinge wie: „Ich habe keine Vorstellung, mach einfach das Titelbild so wie es dir in den Sinn kommt – man bastelt, schickt Entwurf – das entspricht jetzt nicht meiner Vorstellung, mach mal neu und am besten ganz anders, bezahlen will ich den Entwurf aber auch nicht“, mit einer extremen Zornesfalte reagiert, aber niemals ausfallend gegenüber Kunden werden würde.
Ich zeige nur das, was Menschen von mir sehen sollen, auch wenn ich real, allein schon über Whatsapp (quasi ein Liveticker) ganz anders reagieren würde und das sollte man sich immer vor Augen führen.
Ich kann anhand eines einzelnen Tweets bei Twitter mit Zeichenbegrenzung nicht den ganzen Charakter eines Menschen beurteilen – und jeder Mensch, jeder Blogger macht mal Fehler, vergreift sich im Ton oder in der Art, Dinge anzusprechen.
Trotz allem sollte man auf langfristige Sicht sehen, ob man denjenigen/derjenigen so folgen und ihn/sie so unterstützen kann und möchte, oder ob man sagt: Hinter diesen Aussagen, oder diesen Beiträgen, oder dieser Art, die Welt zu sehen, stehe ich nicht.
Und gerade hier merkt man, dass Individualität und Charakter nicht nur von der Person, dem Blogger, selber abhängig ist, sondern auch von dem Leser.
Sympathisch ist einem niemals jeder Mensch, der einem begegnet. Ebenso wie man niemals immer einer Meinung sein wird.
Andersherum bildet man sich eine solche Meinung, gerade im Internet, nicht nur aufgrund des Charakters, sondern auch anhand dessen, was derjenige auf seinem Blog fabriziert, wie er sich dort gibt, was für Beiträge er/sie schreibt, wie individuell dieser Blogger in meinen Augen wirklich ist.
Gerade deshalb finde ich Aussagen wie: Es sollte auf den Charakter ankommen, sehr lobenswert, aber auch eher als Vision, empfunden.
Es wäre schön, wenn es so wäre, wenn man immer nur den Charakter und nicht das Äußerliche sehen würde, aber gerade dies ist in Zeiten des Internets schwierig geworden. Das Internet ist nicht die Realität und das sollten wir uns immer vor Augen führen.
Wir können anhand weniger Tweets und Kommentare nicht einen ganzen Blogger beurteilen, dazu gehört dann wiederum auch das Verhältnis zum Blog und vor allem das Verhältnis zum persönlichen Kontakt.
Berücksichtigt man all diese Faktoren, kommt man zu dem Schluss, dass Individualität und Charakter als einzelne Faktoren zwar wichtig sind, es aber um ein Zusammenspiel geht, wenn man Leser langfristig an sich binden möchte.
Die schönsten Fotos und die kreativsten Beiträge nützen nichts, wenn man eine Weltansicht vertritt, die in einem kompletten Kontrast zu dem steht, was auf dem Blog geschaltet wird.
Als Beispiel: Man lobt LGBT Bücher, verfasst aber regelmäßig Tweets und/oder Storys, in denen man Homosexuelle kritisiert.
Es geht also immer um eine Verhältnismäßigkeit. Keine Individualität ohne Charakter und umgekehrt. Trotzdem kann es auch hier dazu kommen, dass das Eine oder Andere stärker überwiegt, das möchte ich nicht bestreiten.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: So manches Mal beurteilt man Blogger/Bloggerinnen zu schnell anhand dessen, was wir sehen, oder lesen. Wir beurteilen Menschen anhand der Texte, die sie verfassen und handeln dann manchmal unüberlegt und sind uns vielleicht auch nicht immer bewusst, was Worte auslösen können.
Denn Individualität und Charakter sind zwei miteinander vernetzte Dinge, die doch für sich alleine stehen, weshalb wir mit so mancher Aussage vielleicht etwas vorsichtiger sein und sie nicht verallgemeinern sollten.
Man kann von einem Buchgeschmack nicht auf den kompletten Charakter einer Leserschaft schließen, genauso wenig wie ich anhand eines Buches beurteilen kann wie der Autor wirklich gepolt ist (ich sage nur Stichwort: Thriller).
Genauso sollte man sich vielleicht bewusst werden, dass man anhand eines Beitrages nicht zwingend auf den Menschen dahinter schließen kann und Kritik an der richtigen Stelle anbringen sollte. Gleiches gilt für Tweets, Fotopostings uvm.
Wir sollten uns dessen vielleicht ab und an öfter einmal bewusstwerden, ehe wir so manchen Kommentar oder Beitrag veröffentlichen.

♥ Anna

 

(1),(2), (3), (4): Unbekannt (2014): Der Wunsch nach Individualität online verfügbar unter https://www.sein.de/der-wunsch-nach-individualitaet/.

© der Cover liegen bei dem jeweiligen Verlag.

8 Kommentare

  1. Herzensthemen Mai – Ravens Bookish Paradise

    1. Juni 2018 at 12:14 pm

    […] Anna | Fuchsias Weltenecho Von der Individualität im Internet und der Predigt des Charakters […]

  2. Nicci Trallafitti

    2. Juni 2018 at 11:08 pm

    Liebe Anna,
    danke für das Erwähnen <3 Ich fühle mich geehrt.
    Und ich kann das nur zurückgeben, du gehörst zu den Bloggerinnen, die durch Kreatitivät, Individualität und Authentizität beeindrucken, was ich persönlich sehr wichtig finde.
    Auch kann ich dir zustimmen, was die Sozialen Medien betrifft, irgendwie runden sie das Gesamtbild ab. Ich glaube aber auch, dass man Charaktere anhand ihrer Blogs oftmals schon ganz gut einschätzen kann, insofern sie "Fläche bieten" und nicht nur Rezensionen hochladen. Wie du schon sagtest kann man ja daran sehen, ob sie humorvoll sind, sich differenziert mit Themen auseinandersetzen oder eher einseitig, ob sie provozieren oder sich eher anpassen etc.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  3. Soleil

    8. Juni 2018 at 6:22 pm

    Leider kann ich da nicht so ganz zustimmen, auch wenn es ein schöner Text ist. :) Aber nicht nur die oben erwähnten Seiten auch zahlreiche andere Blogs mit Hauptthema Buch zeigen sehr deutlich, dass eines heute sehr stark fehlt: Individualität. Alle Blogs sind weiß und wie Mode-/Beautyblogs aufgemacht (ich wusste beim Duchklicken irgendwann nicht mehr, ob ich auf der Seite schon mal war). Sie haben die gleichen hochauflösenden, überfrachteten Fotos von den immer gleichen Büchern mit der immer gleichen Deko. Sie drehen sich thematisch im Kreis (nicht nur wegen der immer gleichen Aktionen) und wirklich kritisch habe ich auch die wenigsten erlebt. Leider. Denn ich glaube, dass in den meisten Lesenden, die dahinterstehen, eine ganze Menge Knowhow steckt.
    Ob das mit diesen zahlreichen Empfehlungen zur “Professionalität” zu tun hat, habe ich noch nicht ganz durchschaut. Dass aber niemand hinterfragt, wer genau Blogs in welche “Professionalität” treiben will, spricht ja auch eine gewisse Sprache. Überhaupt: Es werden Dinge gemacht, weil es alle machen. Nur wieso? Dafür sind Blogs einst nicht gemacht worden, auch wenn das Überthema Buch lautet.

    1. Anna Fuchsia

      12. Juni 2018 at 10:02 pm

      Hallo Daniela,

      Die Frage ist wohl eher wie man Individualität definiert. Für mich ist das nicht zwingend das Design, auch wenn das durchaus eine Rolle spielt. Nur weil ein Blog weiß ist, bedeutet dies nicht zwingend, dass ich nicht mehr weiß auf welcher Seite ich mich befinde, genauso wie bunt individuell, aber für mich nicht leicht zu bedienen oder übersichtlich sein muss. In erster Linie sollte man sich mit seinem Design wohl fühlen. Genauso wie ich diese Fotos, die du ansprichst, zum Teil eher schätze, als ein verschwommenes und pixxelartiges Foto, bei dem das Buch einfach bei schlechtem Licht auf dem Bett fotografiert wurde und am besten noch das Essen vom Vortag Flecken hinterlassen hat (worst case). Versteh mich nicht falsch, ich Fotos aus dem Leben können wirklich begeistern, sollten dann aber gerade deshalb eine gewisse Qualität aufweisen (Und das geht auch mit dem Handy) und vielleicht nicht auf dem Bett mit Flecken von was weiß ich nicht entstanden sein :D das ist zwar individuell, gerne ansehen tue ich mir das allerdings nicht. Für mich hat Individualität auch etwas mit allem anderen zu tun. Und auch wenn du findest, dass man sich thematisch im Kreis dreht, was an so mancher Stelle stimmen mag, finde ich dennoch, dass wir eine Vielfalt an Meinung haben, selbst wenn gewisse Themen 10x durchgekaut werden. Ich denke auch das ist hier Geschmackssache und eine Frage der Definition von individuell. Individuell sind nicht zwingend die Themen, sondern die Art, wie derjenige damit umgeht, denn neu erfunden wurde bis jetzt vermutlich kein Thema so wirklich. Aber ich weiß was du meinst, ich würde das allerdings darauf beziehen, dass die Meinung einiger Blogger sehr deckungsgleich sind und man deshalb schnell den Eindruck haben kann, so etwas zu Hauf gelesen zu haben- zumindest mein Empfinden an so mancher Stelle

      Wobei ich mich dann auch frage, ob wir auf so unterschiedlich Blogs unterwegs sind, denn ich finde durchaus, dass man kritische Blogger in diesem Bereich findet. Nur gerade das Internet erwartet dann häufig eine fundierte Meinung, ansonsten ist der Beitrag schnell angreifbar. Nicht jeder hat Lust auf solche Beiträge, das muss man wohl berücksichtigen. Immerhin muss man sich selber damit wohl fühlen.
      Das Internet funktioniert letzten Endes ein wenig wie Marketing. Du brauchst etwas, was alle haben, um dann etwas ganz eigenes daraus zu machen. Was komplett neu ist, wird häufig nur dabn wirklich gut angenommen, wenn es im Kontekt zu anderen bekannten Dingen steht. Da kannst du noch so innovative Dinge vollbringen, wenn andere es für nicht nützlich halten, schreibt man irgendwann tatsächlich nur noch für sich. Dann, wenn der Mehrwert fehlt, denn in meinen Augen bloggt man nicht nur für sich, sondern auch für die Leser und dementsprechend sollte man ein gewisses Auge auf die Entwicklung haben. Auch wenn ich dir recht gebe, dass so manches Mal innovative Ideen fehlen und vieles schon so ähnlich da war. Aber da gebe ich es zu. Ich lese solche Beiträge tatsächlich sehr gerne….

      Liebe Grüße,
      Anna

  4. Wochenrückblick #4 | Von Lesestatistiken und Uni-Lernstress - Fuchsias Weltenecho

    10. Juni 2018 at 11:47 am

    […] gut. Trotz allem habe ich es geschafft, ein paar Beiträge zu schreiben, gerade den Beitrag über Individualität, der mir sehr am Herzen lag (geht dieser Satz auf? Er klingt komisch). Außerdem habe ich ein paar […]

  5. Mikka Gottstein

    10. Juni 2018 at 1:43 pm

    Hallo,

    ein unheimlich interessanter Beitrag! So genau habe ich darüber noch nie nachgedacht und frage mich jetzt, was man wohl aus meinem Blog herauslesen kann… Ich fürchte, mit innovativen Ideen kann ich nur selten aufwarten, ich konzentriere mich vor allem auf Rezensionen. Ich vermute, dass mein Charakter nur anhand des Blogs schwer zu beurteilen ist.

    Es gibt nur wenige Blogger, die ich entfolgt habe, weil ich mir ein negatives Bild von ihrem Charakter gemacht habe – da ging es um Dinge wie Rassismus oder Herabwürdigung von trans-Menschen.

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    1. Anna Fuchsia

      12. Juni 2018 at 10:07 pm

      Hallo Mikka,

      Ich finde nicht, dass das was schlechtes ist, du schreibst ka auch die Kreuzfahrt und das lese ich mit den Rezensionen zum Beispiel sehr gerne. Da entdecke ich nicht nur neue Bücher, sondern vor allem auch neue Beiträge, die ich selber so gar nicht wahrgenommen habe und das gefällt mir. Außerdem erkenne ich deinen Blog immer wieder :3 Also bist du mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ❤

      Genau das sind Themen, bei denen ich auch entfolge, gerade wenn die Aussagen rassistisch und herabsetzend werden. Das hat in meiner Timeline leider keinen Platz.

      Liebe Grüße,
      Anna

  6. Aleshanee

    22. Juni 2018 at 7:25 am

    Guten Morgen!

    Ein interessanter Beitrag, den ich heute gerne in meiner Stöberrunde verlinkt hab ;)
    Vom Blog her kann man sicherlich ein bisschen auf den Charakter dahinter schließen, es kommt darauf an, wie viel davon der Blogger in seine Texte einfließen lässt – und ja auch vom optischen Eindruck her. Wobei ich jetzt schon gestehen muss, dass mittlerweile, als jetzt so viele auf WordPress gewechselt sind, ich nicht mehr viel Individualität vom Aussehen her erkenne. Für mich sehen jetzt viele einfach gleich aus. Das mag auch an dem weißen Hintergrund liegen, davon bin ich einfach kein Fan :D

    Bisher bin ich zum Glück noch keinem in der Bloggerwelt begegnet, dem ich wegen dem Charakter entfolgen musste … auf Facebook lese ich öfters Sachen wo ich nur den Kopf schütteln kann, aber bei Bloggern ist mir das bisher entgangen. Obwohl, halt, das stimmt nicht! Das Gehirn läuft bei mir morgens etwas langsamer *lach* Gerade letzte Woche bin ich über einen Beitrag gestolpert, der mir die Bloggerin jetzt nicht unbedingt unsympathisch gemacht hat, aber zumindest soweit ging dass ich den Blog nicht verfolgen möchte. Aber du siehst, meine Erfahrung damit (in den bisher knapp 5 Jahren) ist da wirklich gering. Ich denke, das liegt daran, dass viel direkte Persönlichkeit in den Kommentaren bei facebook mehr offenbart als “überlegte” Beiträge.

    Liebste Grüße, Aleshanee

Hinterlasse einen Kommentar