Goldstück Rezension

Rezension | Sturmtochter: Für immer verboten – Bianca Iosivoni

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Sturmtochter | Für immer verboten | Band 1 | Bianca Iosivoni | 480 Seiten
Erschienen im Ravensburger Verlag | erschienen am 12. Juni 2018
Ebook: 12,99 €, Print: 14,99 € | Weitere Informationen: Amazon, Verlag
Rezensionsexemplar

Es gibt diese Bücher, bei denen weiß man schon von Beginn an, dass es einem voll und ganz gefallen wird. Was ich nicht erwartet habe ist, dass es eine Reise zu mir selbst werden wird. Ich habe so unfassbar viel mehr bekommen, als ich erwartet hatte.

» Der Inhalt «

Wenn die Wellen tosen,
Blitze, Wind, Erde und Feuer aufbegehren,
wenn eine uralte Fehde sich neu entfacht
und jeder Kuss einen Wirbelsturm herbeiruft –
dann ist die Zeit der Sturmkrieger gekommen.Seit jeher herrschen fünf mächtige Clans, die die Elemente beeinflussen können, über Schottland. Von alledem ahnt die 17-jährige Ava nichts, obwohl sie Nacht für Nacht Jagd auf Elementare macht – die Kreaturen, die ihre Mutter getötet haben. An ihrer Seite kämpft der geheimnisvolle, aber unwiderstehliche Lance. Doch dann entdeckt Ava, dass sie die Gabe besitzt, das Wasser zu beherrschen. Und plötzlich werden die Naturgesetze außer Kraft gesetzt, sobald sie und Lance sich näherkommen …
Quelle: Ravensburger Verlag

» Das Fazit «

Es gibt diese Bücher, da liest man nicht ein Mal den Klappentext und weiß: Dieses Buch werde ich lesen müssen. Sturmtochter zählt dazu. Nachdem mich die Autorin bereits mit dem ersten Teil von Soul Mates um den Finger wickeln konnte war klar: Dieses Buch wirst du ohne wenn und aber lesen müssen. Als ich dann auch noch von der Elementarmagie las, war die einzige Frage: Wann kann ich das lesen, wann ist der Erscheintermin und vor allem wie komme ich da schnellstmöglich ran?
Der Leser wird mitten in die Handlung geworfen und erfährt von Wesen, von dunklen Wesen, von Elementarmagie und einer Figur, die zunächst irgendwie so gar nicht in den anfänglichen Verlauf passen mag. Wer ist sie und vor allem: Was hat sie mit der Handlung zu tun? Allein dieser sehr düstere Einblick in Dinge, die erst viel später zusammengeführt werden, macht das Lesen so spannend. Die ganze Atmosphäre ist von Beginn an mit einer Art Spannung aufgeladen, dass sogar das Unmögliche möglich erscheint. Denn diese Handlung ist aus mehreren Sichten geschrieben, die einen unfassbar tiefen Einblick in die einzelnen Clans bieten, in die Magiewelt, aber vor allem auch in die Wahrnehmung der einzelnen Figuren.
Die ganze Handlung baut auf fünf Clans auf: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Energie. Nach und nach lernt der Leser alle Clans kennen, versteht mehr und mehr die Zusammenhänge und vor allem lernt er wie diese einzelnen Kräfte überhaupt wirken und ich kann euch sagen: Ich war selten so begeistert von der Art von Magie. Stärken, Schwächen, alle unterschiedlich kontrollierbar/nicht kontrollierbar, Fehden, alte Feinde und all das aufgebaut auf einer historischen Wahrheit.
Was man vor allem diesem Buch anmerkt ist, dass es trotz aller Verästelungen und Zweige niemals einen Moment der Unklarheit gab. Man merkt diesem Buch vor allem die Recherche an, denn obwohl ich niemals in Schottland war, habe ich den Eindruck durch dieses Buch selber an den Klippen gestanden zu haben, nachts auf der Jagd gewesen und vor allem ein Teil der Geschichte geworden zu sein.
Ich habe mit Ava die Geheimnisse ihrer Magie entdeckt, eine Welt und ein Land erkundet, von deren Details ich immer noch gefesselt bin und die Spannung und düstere Atmosphäre, ja die Gefahr, die auch von Ava ausgeht, in jeder Zeile dieses Buches gespürt.
Es gab Momente in diesem Buch, da blieb mir der Atem stehen. Ich stand mit den Figuren in der Gasse, vor dem Tribunal oder durchlebte ihre Gedanken und Ängste. Es war, als wäre diese Geschichte ein Teil meiner Geschichte. Man findet sich irgendwo immer wieder. Sei es in den Figuren und ihren Charakterzügen, oder aber in den Handlungen und Denkweisen selber.
Es war, als würde einen die Geschichte nicht nur eine Story vermitteln, sondern als säße man in einem Kinofilm – mittendrin anstatt nur dabei. Ich habe gelacht, gezittert und gebetet und doch war all das nicht genug, um mich auf gewisse Wendungen im Buch vorzubereiten, denn sie kommen so unerwartet, dass man sie wirklich nicht kommen sieht.
Vor allem aber konnten mich die Figuren direkt von sich überzeugen. Ich mochte Ava, sie ist taff und intelligent und lässt sich nicht alles gefallen, weiß aber auch, wann es besser ist den Mund zu halten. Als Leser bemerkt man vor allem die Entwicklung, die sie im Laufe des Buches durchmacht, sie stagniert nicht, auch wenn ich irgendwann die Aussage “Ich kann meine Magie nicht kontrollieren” nicht mehr lesen konnte. Auf der anderen Seite machte gerade dies sie zu einer solch spannenden Protagonistin. Ein Mädchen, das nicht direkt ihre Kräfte beherrschen kann und gerade das macht sie zu einer solchen Kämpferin. Sie zeigt, dass es sich, auch wenn es ausweglos erscheint, zu kämpfen lohnt. Das man niemals aufgeben sollte.
Darüber hinaus gibt es aber noch andere Figuren, die es wirklich in sich haben. Angefangen bei Lance, in dem ich mich wirklich wieder erkannt und gemerkt habe, dass die Energie wirklich mein Element ist. Selten habe ich mich mit einer  Figur so verbunden gefühlt. Selten war das Verständnis so groß, wie bei Lance, denn ich konnte verstehen, ich konnte fühlen. Ich war ein Teil von ihm, aber auf der anderen Seite konnte ich auch Ava verstehen. Und genau das zeichnet dieses Buch, nein, diese Figuren aus.
Jeder von ihnen zeigt uns eine Möglichkeit mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen und wenn ich vor allem eines aus dem Buch mitgenommen habe, dann Weitsicht und das Gefühl, dass alles so kommt wie es soll. Das Buch und diese Figuren haben mir einen Blick auf die eigenen Charakterzüge ermöglicht, denn man erkennt sich irgendwo auf eine gewisse Weise immer wieder.
Es hat mir die Möglichkeit gegeben, mich beim Lesen auch selber zu hinterfragen, mir den Weitblick geschenkt, gewisse Situationen zu verstehen, ohne sie selber erlebt zu haben und genau das ist es, was ich an Büchern so sehr schätze.
Die Figuren haben alle ihre Macken, bei denen jeder Leser bei irgendjemanden irgendetwas findet, was ihn stören könnte  – so zum Beispiel ich bei Ava und gerade das hebe ich an dieser Stelle positiv hervor. Es zeigt, dass kein Mensch perfekt ist, denn es geht um das Verstehen, nicht um das Identifizieren. Es zeigt, dass man einen Menschen nicht vollkommen als perfekt bezeichnen muss, um ihn zu mögen, sondern als echt.
Und genau das hat das Buch mit diesen Figuren und dem Setting wirklich geschafft.
Gerade diese Art die Atmosphäre durch den Schreibstil zu übermitteln, die Sichtwechsel und vor allem das Gefühl, weiteren Geheimnissen auf der Spur zu sein und gerade mal an der Oberfläche der Clans zu kratzen, hat das Ganze zu einem unfassbar tollen Leseerlebnis gemacht.
Es war spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Es steckt in jeder einzelnen Zeile, in jeder Entwicklung und Wendung so viel Leben, so viel Lebendigkeit und Echtheit, dass ich für einen kurzen Moment vergaß, dass es eine solche Geschichte nicht in Wirklichkeit geben kann (oder?).
Denn auch die Kampfszenen und die Liebe kamen hier nicht zu kurz, wobei auf Letzterer nicht der Schwerpunkt lag und gerade das hat die Geschichte so bitter süß werden lassen. Als Leser wusste man von den Gefühlen und doch fühlte man in diesem Moment genau das, was die Figuren fühlten. Es war schlichtweg echt und keine überstürzte Liebesgeschichte. Und genau damit hat Bianca Iosivoni gezeigt, dass fantastische Geschichten auch mit weniger Lieber wunderbar auskommen und trotzdem die Romantik nicht zu kurz kommt – für mich die perfekte Mischung aus Spannung, Kampfszenen und Romantik.
Kurzum: Für mich ein ganz klares Lese-High-Light in diesem Jahr, das mich nicht nur zu einer Reise zu mir selbst mitgenommen sondern auch auf allen erdenklich anderen Möglichkeiten überzeugt hat. Angefangen bei der Handlung, bis hin zum Schreibstil. Dieses Buch vereint all das, was ich persönlich von guter Jugendfantasy erwarte. Tolle Figuren, einen unfassbar ausgearbeiteten und umfassenden Plot und Magie, die wirklich und wahrhaftig zum Leben erwacht. Gewürzt mit der richtigen Priese an Aktion und Liebe.



Weitere Rezensionen der Clan-Repräsentanten:

Ivy.booknerd – Wasser-Clan
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Werbekennzeichnung: Diese Rezension wurde im Rahmen der Bloggeraktion geschrieben. Meine Meinung ist dabei völlig unbeeinflusst und meine eigene. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt, eben für diese Aktion.
© Anna Hein // Fuchsias Weltenecho; Cover: Ravensburger Verlag

2 Kommentare

  1. Ivy

    5. Juli 2018 at 11:14 am

    Liebe Anna,

    so eine wundervolle Rezension! Ich kann dir in allen Punkten wirklich nur Recht geben- mich konnte das Buch auch so endlos begeistern. Ich freue mich schon jetzt riesig auf den zweiten Band!

    Liebste Grüße
    Ivy

  2. Petra

    9. Juli 2018 at 9:25 pm

    Huhu Anna,
    na das ist ja mal ein Liebesbrief:-) Ich habe es auch bereits gelesen und nachdem ich die ersten 100 Seiten eher zäh und klischeehaft fand wurde es danach Schlag auf Schlag immer besser, sodass ich mich jetzt schon auf den nächsten Teil freue!
    Liebe Grüße, Petra

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