Rezension

Rezension | Schnittergarn: Die Anthologie des Todes

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Werbeblock| Rezensionsexemplar
Schnittergarn | Die Anthologie des Todes | Anthologie | Hrsg: Leseratten Verlag
432 Seiten | Leseratten Verlag | erschienen am: 16. Juni 2018
Ebook: 9,99 €; Print: 15,00€ | Ansehen? Amazon, Verlag

Was? Sie liest auch Kurzgeschichten?
Tut sie und diese hier waren mehr als unterhaltsam. Vielmehr haben sie auch eine Wirkung auf emotionaler Ebene.

» Der Inhalt «

I BIMS, DER TOD!

TRITT NÄHER UND KEINE ANGST, MEINE SENSE BEIẞT NICHT!

JEDENFALLS NICHT, WENN SIE NICHT MUSS.


Falls Sie einen Trauerbegleiter suchen, sind Sie hier falsch. Ersterben Sie die haarsträubendsten … oh sorry … totenkopfschädeligsten Geschichten. Unsere Autoren haben keine Kosten und Mühen gescheut, um den Tod in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten. An der Arbeit, im Urlaub, im Streik, in Rente, im Weltraum oder bei der Aufzucht des Nachwuchses, beim Essen oder dem Imitieren von Sinnen, Muskeln und Organen. Wir laden Sie herzlich ein, sich nach Herzenslust totzulachen – wir wissen, Sie landen bei unseren Schnittern in guten Händen.

Quelle: Leseratten Verlag

» Das Fazit «
22 Kurzgeschichten mit dem Hauptthema: Tod.
Als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich schmunzeln: I bims, der Tod? Ok, alles klar, ich hing an der Angel, auch wenn mich das Cover selber nicht ganz so anspricht. Ich bin nicht der größte Fan von Zeichnungen auf Covern, aber der Inhalt überzeugte mich dafür umso mehr.
Für viele ist der Tod etwas, vor dem man Angst haben muss, denn man weiß nicht, was danach kommt.
Wird man wiedergeboren? Gibt es Himmel und Hölle? Wie ist der Tod? Was passiert mit mir danach?
All das sind Fragen, die sich wohl jeder von uns irgendwie schon ein Mal gestellt hat.
Hatte ich dementsprechend meine Bedenken, als ich den Klappentext gelesen habe? Bedenken, dass das Thema vielleicht zu locker gesehen, es zu sehr auf die Schippe genommen wird? Ja, das hatte ich.
Waren diese Sorgen unbegründet? Auch wieder ja.
Auf humorvolle und doch ernste Weise werden hier die Möglichkeiten nach dem Tod durchgespielt. Jede einzelne der Kurzgeschichten so gewählt, dass man immer wieder das Gefühl hat, eine neue Facette des Todes kennenzulernen. Der Tod, der unabsichtlich jemanden tötet, weil er die Schrift seines Angestellten nicht lesen kann? Die Totenwelt, geteilt in Männer, Frauen, Jungen und Mädchen? Der Tod, der seine Sense überfährt und den Führerschein machen muss, um hipp zu sein?
All das und noch viel mehr erwartet den Leser auf mehr als 400 Seiten.
Viele der Kurzgeschichten haben mich wirklich von sich überzeugen können.
Es waren allerdings auch ein, zwei Stück dabei, die zu sehr auf Hipster machen wollten mit: Aalter. Das konnte mich leider nicht so wirklich überzeugen.
ABER: Auch das ist immer Geschmackssache. Andere finden vielleicht genau das wirklich sehr unterhaltsam.
Besonders gut gelungen fand ich die Kurzgeschichten von Jörg Fuchs Alameda, Lea Baumgart, Florian Clever und Laurence Horn. Für mich vier der High Lights in dieser Anthologie.
Was ich hier noch ein Mal als Pluspunkt hervorheben möchte ist der Umgang mit dem doch sehr ernsten Thema Tod. Ein sensibles Thema, möchte ich sagen und doch haben die Autoren eine wundervolle Art gefunden, dieses Thema auf unterschiedlichste Art und Weisen darzustellen. Für mich gab es dort so keine Kurzgeschichte, die irgendwie geschmacklos gewesen wäre und das schätze ich wirklich. Es wurden die Ängste aufgegriffen und in etwas positives, teils auch humorvolles verwandelt. Ob und wie man diese Gedanken für sich selber übernimmt, bleibt wohl jedem Leser selber überlassen.

 

Fazit: Da allein die Mischung dieser Kurzgeschichten mehr als gut gelungen ist, wird hier jeder Leser etwas für sich entdecken. Natürlich kann man nicht jede Kurzgeschichte gleich mögen, aber das muss man in meinen Augen auch nicht. Immerhin schreibt jeder Autor/Autorin anders, denkt anders und nicht jede Idee überzeugt jeden gleichermaßen.
Dazu muss ich auch hier noch ein Mal sagen, dass ich den Umgang mit dem Thema sehr gelungen fand.

©
Fotos: Anna Hein
Cover: Leseratten Verlag
Sterne: Photoshop/Anna Hein

2 Kommentare

  1. Laurence Horn

    11. August 2018 at 8:35 am

    Vielen Dank für die Klasse Rezension. Es freut mich sehr, dass dir die Anthologie gefallen hat. Das gibt mir gleich doppelte Motivation, weiter zu machen. Vielen Dank :-)

  2. Tanja Kummer

    12. August 2018 at 3:07 pm

    Dankeschön für die Rezi. Feedback ist immer was tolles. :)

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