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Rezension | Neon Birds: Marie Graßhoff | oder: HOLY, was ist das?!

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Werbung |Rezensionsexemplar
Neon Birds | Band 1 | Marie Graßhoff |Seitenzahl: 464 | Bastei Lübbe | erschienen am: 27. November 2019 |Ebook: 11,99 € | Print: 15,00 € | Ansehen auf Amazon, beim Verlag

Ein Buch, das so viel mehr ist als eine Geschichte. In jedem Wort steckt ein bisschen Wahrheit. Wir müssen es nur erkennen.

» Der Klappentext

Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschheit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern …

Quelle: Bastei Lübbe

» Meine Meinung

Wisst ihr, ich drücke mich nun seit ein paar Tagen davor Neon Birds zu rezensieren. Ich weiß tatsächlich gar nicht so genau warum. Nein, eigentlich weiß ich es genau. Es gibt Bücher, da fällt es einem unfassbar schwer, seine Gedanken in Worte zu fassen. Ich habe sogar 40 Minuten lang mit Flo telefoniert, was ziemlich gut war, weil ich meine Gedanken ordnen konnte und trotzdem lösche ich die Zeilen immer wieder. Egal. Wir ziehen das jetzt gemeinsam durch. Okay, wohl eher ich.

Wo fange ich an. Zunächst fand ich die Idee unfassbar cool. Leute, ich mein es ist irgendwie eine Mischung aus Scythe, the Walking Dead und Cybertechnologie? Das Ganze in Neonfarben und absolut episch. Ich habe die Idee hinter dem Virus gefeiert. Ich fand die Entwicklung der Story absolut genial und vor allem fand ich die Charaktere klasse. Okijen war einfach mein High Light. Wobei mich auch Flover und Luke echt überzeugen konnten. Ja, aber aber was ist denn mit Andra? Werden sich jetzt einige Fragen… puh, gute Frage. Ich verstehe ihre Rolle im Buch. Ich finde ihren Einstieg episch. I mean: Pfeil und Bogen sind so MEINS, dass ich nicht anders konnte als sie zu mögen. Ich fand ihre Geschichte so krass und trotzdem, wie formuliere ich das richtig, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie einfach nur da war…. Sie war so das Ziehpferd für mich als Leser, weil wir auf einer Ebene standen. Wir waren beide Unwissende und entdecken quasi gemeinsam diese Welt, von der wir eigentlich gar nichts wissen. Und doch war sie für mich nie mehr als, nun ja, da. Sie war kein Treiber der Story und gerade am Ende hatte ich den Eindruck, dass sie so aufs Abstellgleis geschoben wurde, weil sie irgendwie keine Funktion mehr hatte, was schade war. Ich hoffe, wir erleben sie im zweiten Teil nochmal von einer anderen Seite. Nichts desto trotz hat mir dieses Zusammenspiel, die feinen Verbindungen und Storys und die Leben, die in gänzlich andere Richtungen treiben, wirklich gut gefallen. Wie alles irgendwie so fein verknüpft ist, dass man als Leser wirklich aufpassen muss, um genau diese Verbindungen zu sehen. Ich liebe so was ja. (OH, können wir bitte darüber sprechen, dass Okijen irgendwie 18 zu sein scheint und ich die GANZE ZEIT DACHTE, DASS ER MITTE 30 IST?! XD Das hat irgendwie mein ganzes Weltbild ins Wanken gebracht…)

Storytelling und Entwicklung

Weiter geht es mit der Story. Tatsächlich hatte ich beim Einstieg so meine Probleme, aber eher beim Hören als beim Lesen. Ja, ich habe sowohl gelesen als auch gehört und, wenn ich ehrlich bin, hatte ich für mich ein besseres Gefühl beim Lesen. Der Sprecher hat einen unfassbar guten Job gemacht. Gott, ich liebe seine Stimme und dieses Ende und der Hall und aaaah, es war episch. Die Probleme kamen tatsächlich erst beim Hören auf. Ich war an einigen Stellen etwas desorientiert und wusste manchmal nicht an welchem Ort wir uns befanden, wenn Sichtwechsel kamen oder „Unterbrechungen“, wenn Akten vorgelesen wurden. Irgendwie war da dieses leichte Stirnrunzeln, weil ich erstmal verstehen und nachvollziehen musste, was dort passiert, denn anders als beim Lesen konnte ich nicht mal eben schnell zurückblättern oder nachschlagen. Gut, hätte ich schon gekonnt, aber wer weiß, ob ich jemals dann den Anschluss wiedergefunden hätte (bei meinem Glück hätte ich manche Stellen 10x gehört).

Beim Lesen war das für mich kein Problem. Es war ein visueller Break, der wirklich Spaß gemacht hat, aber wenn man mitten in der Story ist und auf ein Mal kommt dann so was wie: Vorname Flover, dann ist man auch mal kurz verwirrt :D Nachdem ich aber parallel gelesen habe, war auch das absolut kein Problem mehr und je mehr ich in die Welt eintauchte, umso mehr verstand ich, umso mehr konnte ich nachvollziehen und umso mehr fieberte ich mit. Generell fand ich die Entwicklung der Story auf einem dauerhaften Anspannungslevel, das es krass machte. Man rechnete immer mit irgendwas und atmete kurz durch. Gerade der Mittelteil führt Andra und den Leser wirklich in die Vergangenheit, sodass man mehr versteht, sodass man tiefer eintaucht. Und es war spannend. Ich finde die Idee soo unfassbar genial. Ich mag die Kombination aus Wissenschaft und Cybertechnologie, gepaart mit der richtigen Prise Gefühl und Aktion.

Wisst ihr, welches Couple ich übrigens mega fand? Flover und Luke. Achja und seine Henne. Die beiden waren für mich wirklich der Hammer. Vor allem, weil der Spannungsbogen der beiden so verlief: /\/\/\ Freunde, das ging mir ans Herz und jedes Mal dachte ich dann so: DAS HAT MARIE JETZT NICHT GEMACHT und NEIN, das passiert jetzt nicht wirklich. Jap, ich hatte wirklich Spaß mit diesen beiden und ich fand Flover krass, wobei ich da an der einen gewissen Stelle in der Sperrzone gerne mehr erfahren hätte, mehr gewusst hätte, was Flover antreibt. Ja, wir erfuhren schon einiges und ich bin immer sehr neugierig und Flover redete nicht so gern über sich, Flover, stell dich nicht so an. Ich will alles wissen! (Schnaubsmilie) Und da war Luke mein Held. Ich mein BAAAAHM und ich nur: You got that. Ich hab die Stelle gefühlt. Byth fand ich einfach nur der HAMMER. Ich liebe ihre Einführung und ihre Art. Ja, eigentlich feier ich sie komplett. Sie lockerte die Stimmung auf ihre Art auf.. irgendwie. Ich finds super. Auch die anderen weiblichen Figuren fand ich stark. Vor allem irgendwie rational und stark. Nicht so wie man sonst oft Frauen in Sci-Fi erlebt, sondern wirklich bad ass und mit Power und Macht. Nicht überheblich, sondern greifbar. Ich habe ihnen alles abgenommen. Ich habe sie verstanden und ich fand sie allesamt genial geschrieben. Die Stellen habe ich vor allem beim Hören gefeiert. Gerade dann, wenn sich der Spannungsbogen steigert und diese minimale Pause vor dem neuen Kapitel kommt, habe ich mich immer gefreut, wenn da anderen in den Hintern getreten wurde. Und YES, ich finde es auch krass, dass so manche politische Kritik mitschwingt ala: Wenn du etwas verändern willst, dann mecker nicht nur, sondern nutze deine Stimme, sei der Beginn der Veränderung.

Überall gab es etwas zu entdecken

Generell stecken so viele Messages in Neon Birds, dass ich viele Stellen und Wendungen einfach super fand. Generell hat mir die Entwicklung der Story richtig gut gefallen. Von der Einführung, bei der man noch so gar keine Ahnung hat wer oder was Moja sind, wenn man noch keine Ahnung von den Charakteren hat und sich einfach überraschen und treiben lässt. Es ist wie ein mitgezogen werden, ein Anlüpfen am Ärmel, ein Ziehen an der Hand und man ist dabei. Tatsächlich weiß man am Anfang irgendwie gar nichts. Erlebt die Story mit vielen Fragezeichen und nach und nach wird man durch gewisse Charaktere eingeführt. Spannend fand ich an der Stelle, dass man trotz der Sichtwechsel nie mehr wusste als andere Charaktere, was allem etwas Geheimnisvolles verlieh. Und je mehr man erfuhr, umso krasser war die Entwicklung. Man verstand mehr, man erkannte die Problematik und hatte trotzdem die eigene moralische Vorstellung im Kopf. Wie würde ich handeln, wenn ich in einer solchen Situation wäre und krass, dass Marie auf eine solch neue Art der Cybertechnologie und Sci-Fi Elemente gekommen ist. Ja, ich wurde überrascht. Mit den Moja, mit der Entwicklung der Story, mit den Figuren und vor allem woher alles stammte. Das habe ich in der Form wahrlich noch nie gelesen. Und dieses Ende. Irgendwie fand ich es, naja, klar ist übertrieben, sagen wir, ich wurde nicht so super krass überrascht wie andere und trotzdem hat es mich umgehauen. Ich dachte hat anfangs: Luke und nicht Flover und dann kommt das Ende und ich so: NEIN und dann so: Es wäre aber auch nicht Marie, wenn sie nicht was super krasses planen würde. Dazu der Spannungsbogen, ein BÄHM und ein: HALLO, habt ihr mich vermisst? Ich bin übrigens super krass und total genial und eigentlich habt ihr viel über mich gehört, ihr wisst aber gar nicht, dass es mich gibt und ich bin überall und AH. Ja. Genauso. Ich sag ja, obwohl mich das Ende nicht überraschte, hat es mir Spaß gemacht. So unendlich viel Spaß. Es gibt so viel zu entdecken und vor allem einige Parallelen zu unserer Welt, einige Mahnungen, viel zum Nachdenken und Ach, es hat mir einfach Spaß gemacht.

Fazit

Ja, ich war ein wenig enttäuscht von Andra (weil sie und ich best buddies sind), ich hatte meine Problemchen am Anfang und Leute, Okijen ist 6 Jahre jünger als ich… *frustriert*, ja ich habe es irgendwie geahnt und doch hat mir Neon Birds so unfassbar viel Spaß gemacht und mich nachhaltig beeindruckt. Nicht umsonst habe ich so lange gebraucht und sitze seit einer Stunde an diesem Text. Also ja: LEST DIESES BUCH.

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