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Rezension | Der Fluch der sechs Prinzessinnen: Diamantkäfig

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Werbeblock | Rezensionsexemplar
Der Fluch der sechs Prinzessinnen| Diamantkäfig| Band 3| Regina Meissner |
Seitenzahl: ca 400 | Sternensand Verlag | erschienen am 24. August 2018
Ebook: 3,99 € | Print: 12,95 € | Ansehen auf: Amazon, beim Verlag

Wenn Märchen wahr werden und der Fluch der Prinzessinnen noch ungebrochen ist. Ein weiterer Teil der Reihe, der unabhängig von den anderen gelesen werden kann.

» Der Inhalt «

Gefangen in einem Turm, gepeinigt von ihrer Stiefmutter Rania … das ist Prinzessin Valyras Fluch. Es gibt kein Entrinnen, denn die Hexe zwingt die jüngste der sechs Schwestern, seltene Zutaten für einen Trank zu suchen, welcher Rania unendliche Macht verleihen wird.
Als Valyra eines Tages unverhofft auf einen Verbündeten trifft, könnte dies die Wendung ihres schrecklichen Lebens bedeuten. Doch wird es ihr gelingen, das Rätsel um ihren Fluch zu lösen? Wie viele Opfer muss sie dafür bringen, wie stark muss sie dazu werden? Und – bergen Diamanten wirklich falsches Leben?
Quelle: Sternensand Verlag

» Das Fazit «

Wer kennt sie nicht, Rapunzel gefangen in einem Turm? Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich wirklich gespannt darauf. Die ersten beiden Bände konnten mich überzeugen, mir hat aber immer noch das letzte Tüpfelchen auf dem i gefehlt. Ob es hier anders werden sollte?
Der Fluch, den die sechs Prinzessinnen traf, hat die jüngste, Valyra am bisher schlimmsten getroffen. Sie wurde, wie eben Rapunzel, in einen Turm eingesperrt, zu dem nur die Fluchsprecherin, Rania, selbst Zugang hat.
Sie soll für Rania die Zutaten für einen Zaubertrank besorgen, wobei sie sich selber nicht nur in Lebensgefahr begibt, sondern auch Dinge tun muss, die für Gänsehaut-Momente sorgen. Gelingt es nicht, wird Valyra bestraft.

Faszinierend, wie es der Autorin noch ein Mal gelungen ist, den dritten Teil düsterer, bedrohlicher und irgendwie auch machtvoller zu schreiben, als die Bände bisher. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass der Protagonistin einiges an Vielfalt geschenkt wurde, was ich in den vorherigen Bänden vermisst hatte. Es wirkte nicht mehr so oberflächlich und märchenhaft, sondern irgendwie erwachsener und düsterer. Man lernt hier das erste Mal so wirklich die böse Seite Ranias kennen, in der zuvor oftmals nur geredet wurde und deren Beschreibungen in der vorherigen Bänden für meinen Geschmack zu “lasch” waren. Sagen wir es so. In den vorherigen Bänden wirkte das “Böse” eher sehr märchenhaft, ja, fast doch irgendwie gut gemeint. Haben die Prinzessinnen zuvor aus diesem Fluch zum Ende hin etwas Positives gezogen, entwickelt sich das Ganze hier in die absolut andere Richtung. Der Weg scheint aussichtslos, die Hoffnung verloren. Doch manchmal muss ein Mensch viel ertragen, um die das Leben zu tragen, denn nichts passiert ohne Grund.
Auch das wurde hier in diesem Buch unfassbar gut verkörpert.

Das Böse, Rania, zeigt hier endlich endlich ein Mal sein wahres Gesicht und damit spitzt sich die Geschichte zu. Gespickt mit wirklichen Page Turnern  und einem Schreibstil, der mich gefesselt hat, kann ich nur sagen, dass dies für mich das bisher gelungenste Buch der Reihe ist. Ich konnte spüren, wie sich die Hoffnungslosigkeit breit machte, die Angst, die Hoffnung, aber auch das Gefühl, dass dies noch nicht das Ende ist.

Gerade die Entwicklung der Geschichte fand ich gelungen, da man trotz den Hauptstanges immer wieder Rückgriffe auf die anderen Prinzessinnen hat (hier empfiehlt es sich dann doch, die anderen Bände vorab zu lesen) und so die gesamte Geschichte im Verlauf erlebt. Genau das ist es, was der Geschichte ihren ganz eigenen Charme verleiht. Da nun auch Rania selber eine wichtigere Rolle zukommt, ist es die Mischung aus allem, die mich wohl so begeistert zurückgelassen hat. Hier laufen endlich ein Mal einige der Fäden zusammen, was ich gerade im zweiten Teil ein wenig vermisst hatte. Es wirkte, als kämpfte jede für sich und nun nimmt das Ganze ungeahnte Wege an.

Dieses Mal stand auch nicht so sehr die Liebe im Vordergrund, was es für meinen Geschmack tiefgreifender machte. Es wirklich nicht mehr so romantisch, sondern wirklich brutal und düster. Eine Story, die die vorherigen Geschichten wunderbar abrundet. Hat man diese Zuspitzung gerade in den anderen Bänden sehr gut gemerkt, ist das hier nun das Tüpfelchen auf dem i.

Zusammenfassend: Eine Märchenadaption von Rapunzel, die erwachsen, düster und vor allem eines ist, fesselnd. Ich habe lange nach dem Tüpfelchen auf dem i gesucht und es nun endlich erhalten. Das Böse bekommt nun eine Rolle, die ihr angemessen scheint. Denn gerade dadurch erhält das Buch eine tolle Message, verbreitet Liebe und vor allem Hoffnung und Mut. Ich bin mit einem warmen Gefühl im Bauch aus diesem Buch aufgetaucht und hatte trotz des Endes das Gefühl: Egal, was das Leben bereit hält, es gibt überall Hoffnung. Man muss nur den Mut haben, diese auch zu finden. Für mich das bisher beste Buch aus dieser Reihe. Ich bin gespannt, ob das noch getoppt werden kann.

©

Fotos: Anna Hein
Cover: Sternensand Verlag
Sterne: Photoshop/Anna Hein

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