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Rezension | Deceptive City: Aussortiert – Stefanie Scheurich

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Deceptive City| Aussortiert | Band 1 einer Trilogie | Stefanie Scheurich |
430 Seiten | Sternensand Verlag | erschienen am 22. Juni 2018
 Ebook: 3,99 €, Print: 12,95 € | Ansehen? Bei Amazon, beim Verlag

*Rezensionsexemplar

Eine ruhige Dystopie, kann das denn gut gehen? Nun, Stefanie hat uns gezeigt, wie genau so etwas wunderbar gelingen kann.

» Der Inhalt «

Sicher. Sauber. Perfekt.

Das ist die Stadt, in welcher die sechzehnjährige Thya ein sorgenfreies Leben hinter schützenden Mauern führt. Eltern können sich ihre Wunschkinder kreieren lassen, niemand wird je krank und alles läuft in geregelten Bahnen. Thya ahnt nicht, dass es außerhalb ihrer heilen Welt Menschen gibt, die täglich ums Überleben kämpfen müssen. So wie Mitchell, der nur einen einzigen Ausweg sieht, um seine kranke Mutter zu retten: Er muss in die Stadt schleichen und Antibiotika besorgen, sonst stirbt sie. Dass er dabei nicht nur sein Schicksal, sondern auch das von Thya verändert, scheint in einer Welt, in der alles perfekt geplant ist, ein Ding der Unmöglichkeit.

Aber Menschen sind nicht perfekt. Sie machen Fehler.

Und sie neigen dazu, andere den Preis dafür zahlen zu lassen.

Quelle: Sternensand Verlag

» Das Fazit «
Möchtet ihr eine Geschichte hören wie ich mich ganz leise in dieses Buch verliebte? Möchtet ihr wissen, wieso ich dieses Buch zu einem klaren High Light neben CtN zähle?
Ich versuche meine Gedanken in Worte zu fassen.
Die Welt ist gespalten in zwei Kategorien, die Reichen und Schönen, deren Welt hinter Mauern in einer sauberen Stadt stattfindet, in der man sich seine Kinder selber genetisch zusammenstellen kann – eine Art Überzüchtung.
Auf der anderen Seite haben wir die Armut, diejenigen, die außerhalb der Stadt im unteren Bezirk leben müssen und Tag für Tag ums überleben kämpfen.
Ich würde es ein wenig anders formulieren und sagen: Nicht alles was Gold ist, glänzt. So haben wir auf der einen Seite Thya, die in einer sorgenlosen Welt groß wird, auch wenn ich de Mutter als Tyrannin bezeichnen würde. Eine Welt, die sie fast naiv und komplett sorglos wirken lässt und auf der anderen Seite haben wir Mitchell, der nur einen Ausweg sieht, um seine Mutter zu retten, da es in ihrem Bezirk so etwas wie Ärzte nicht gibt. Er schleicht in die Stadt. Weitere Verkettungen sorgen dafür, dass diese beiden Protagonisten aufeinander treffen. Es prallen quasi zwei Welten aufeinander, die anfänglich so gar nicht miteinander harmonieren wollen und es doch irgendwie tun.
Denn obwohl die ganze Handlung eher ruhig verläuft, hatte der Leser kaum Zeit ein Mal wirklich durchzuatmen. Gerade diese komplexe Konstellation der Welt, bot immer neue Entdeckungen und auch die Verkettung der Figuren nahm immer weiter zu. Es kamen weitere Protagonisten in Form der Ich-Erzähler dazu, die ich wirklich gelungen fand. Hatte der Leser immer das Gefühl, mehr über diese Welt aus den einzelnen Sichtweisen zu erfahren.
Doch nicht nur die Story überzeugt mit einem genialen Plot, auch die Figuren sind vielschichtig wie verständlich, auch wenn man auf eine Antwort immer mehr Fragen bezüglich dieser Welt und der ganzen Story hat. Grandios wie meisterhaft gelöst.
Darüber hinaus hat mir vor allem die gesellschaftskritische Ansicht sehr gut gefallen. Wie viel Technik tut und wirklich gut und was passiert mit den Dingen und vor allem Menschen, die leider nicht perfekt sind? Die nicht dem Standard entsprechen, die die Stadt zu halten versucht?
Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit dieses beklemmende Gefühl: Könnte so wirklich unsere Zukunft aussehen? Jemand ist nicht gut genug – entspricht nicht den Normen und dann? Kann jeder andere Mensch, der denjenigen kannte, einfach so weiter leben?
Eine ziemlich gruselige Vorstellung, wenn ihr mich fragt. Aber all das wurde abgerundet durch eine ziemlich düstere Atmosphäre, die einfach nur umhaut, wenn man sich darauf einlässt. Allein der Schreibstil sorgt für so manchen Gänsehaut-Moment.
Fazit: Für mich eine rundum gelungene Story, auch wenn sie nicht so rasant ist wie manch andere Dystopie, überzeugt diese hier mit Können, Präzision und vor allem Tiefe. Die Fäden werden so gut miteinander verknüpft, dass der Leser kaum merkt, dass jemand Neues gerade die Bildfläche betreten hat.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den zweiten Teil.

©
Foto: Anna Hein
Cover: Sternensand Verlag
Pfoten: Anna Hein//Photoshop

1 Kommentar

  1. Fanny

    21. Juni 2018 at 8:54 pm

    Okay, ich bin dann mal weg … jetzt MUSS ich es lesen!!!!!!

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