Rezension

Rezension | Cloud – Claudia Pietschmann

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Cloud | Einzelband | Claudia Pietschmann |
368 Seiten | Arena Verlag | erschienen am 10. August 2017
 Ebook: 11,99 €, Print: 15,00 € | Ansehen? Bei Amazon, beim Verlag

*Ein Buch zur Blogtour

Ich habe damals “Die Welt wär besser ohne dich” aus dem Ravensburger Verlag gelesen und war von dieser Thematik so begeistert, dass ich bei Cloud mit einer ähnlichen und doch ganz anderen Problematik nicht nein sagen konnte.
“Cloud” ist eines der Bücher, die mich mit einem “NEIN, das hat er jetzt nicht getan” zurückgelassen und mir vor Augen geführt hat, wie negativ das Internet auch das Leben beeinflussen kann und vor allem wie endlich das Leben eigentlich ist.

» Der Inhalt «

Wer ist Paul?

Emma ist verliebt: Paul versteht sie wie kein anderer, seit ihr kleiner Bruder verstorben ist. Die beiden haben sich zwar noch nie getroffen, aber online teilen sie alles miteinander. Paul will alles über sie wissen und Emma schneidet bereitwillig ihr ganzes Leben für ihn mit. Immer wieder fallen ihm Überraschungen ein, die er ihr über das Internet per Knopfdruck schickt. Aber die netten kleinen Gefallen, die Paul ihr tut und ihr Leben schöner machen, bekommen bald einen bitteren Beigeschmack. Denn für Paul scheint Emma das einzige Fenster zur Welt zu sein. Ihrem Wunsch, sich endlich zu treffen, weicht er aus. Was ist los mit Paul – und gibt es ihn überhaupt?
Quelle: Arena Verlag

» Das Fazit «
Es gibt diese Bücher, bei denen man von Anfang an weiß, dass sie einen berühren und bewegen werden – Cloud ist ebenfalls ein solches Buch.
Ich habe im vergangenen Jahr mein Interesse an solchen Büchern entdeckt. Das Interesse daran, wie folgenschwer einzelne Entscheidungen im Internet sein können und welche Auswirkungen das haben kann.
Emma hat ihren Bruder verloren und zündet virtuell jeden Tag eine Kerze für ihn an, bis sich eines Tages Paul bei ihr meldet, der sie zu verstehen scheint wie kein anderer. Der für sie da ist, während ihre Eltern ihre ganz eigenen Sorgen haben, der ihr hilft und in der schweren Zeit beisteht.
Doch Paul hat auch Geheimnisse. Treffen weicht er immer wieder aus und als Emma sich eines Tages auf den Weg zu ihm macht, macht sie eine böse Entdeckung. Gibt es Paul überhaupt?
Doch was dann passiert, hätte niemand ahnen können – wenn die Vernetzung und das online sein zu einer Falle wird.
Alles fängt ganz harmlos an. Paul nutzt diese online Verbindung, um ihr morgens Kaffee zu kochen, doch schon bald nimmt das Ganze eine ungeahnte Wendung und nichts ist mehr so wie es scheint.Und was soll ich sagen? Das Buch hatte mich von den ersten Seiten an. Der Schreibstil ist jugendlich und realitätsnah – somit auch einfach zu lesen und ich war von Anfang an mitten drin.
Da Emma so unfassbar realistisch gestaltet ist, Fehler macht und alles andere als perfekt ist, bietet sie die perfekte Grundlage für diese Story. Als Leser konnte ich sie direkt verstehen. Ich konnte verstehen, wieso sie sich Paul anvertraut und sich nach dem Tod ihres Bruders zurückzieht und wie schwer es ist, dann einen Weg zurück zu finden. Nur gut, dass ihr bester Freund, Matt, immer für sie da ist.
Matt war für mich wie ein großer Bruder. Jemand, der einen Ruhepol und Anker darstellt und dem Buch in seiner Internetpräsenz den richtigen Realitätsbezug gibt. Er ist derjenige, der einem zeigt, wie es auch sein kann. Dass das Internet nicht alles ist und es gut ist, jemanden zu haben, dem man vollkommen vertrauen kann und der auch in schweren Zeiten für einen – in diesem Fall Emma – da ist.
Des Weiteren empfand ich die Emotionen als so greifbar, dass ich ein Mal selber im Zug saß und die Enge gespürt habe. Das Gefühl, eingeschlossen zu sein, genau das ist es, was ein Buch mit dem Leser machen sollte. In sich hineinziehen.
Und genau diese Kombination aus Emotionen, gelungenen Charakteren und der Thematik ist es, die mich vollkommen in ihren Bann gezogen hat. Eine Thematik, die vor allem in der heutigen Zeit, in der alle miteinander vernetzt sind, so unfassbar wichtig ist.
Man sollte auch im Internet vorsichtig sein, mit wem man was teilt, egal wie nett derjenige zu sein scheint, denn nicht alles ist immer so, wie es scheint.
Es vermittelt den Punkt, wie leichtfertig wir mit sensiblen Informationen umgehen so unfassbar gut und zeigt auf, wo es im schlimmsten Fall enden kann.Für mich ist es eines der Bücher schlechthin, die man gelesen haben sollte, wenn einen diese Internetthematik interessiert und wenn man nachhaltig von einem Buch beeinflusst werden möchte.
Ich konnte so viel daraus mitnehmen, habe meinen Blick dafür erweitert, was manche Menschen so leichtfertig preisgeben und denke inzwischen mehrfach darüber nach, ob und wie ich etwas mit dem Netz teilen möchte – denn das Netz vergisst nie….

©
Foto: Anna Hein
Cover: Arena Verlag
Sterne: Photoshop//Anna Hein

1 Kommentar

  1. Klara Holzmann

    22. Juni 2018 at 10:33 pm

    Danke vielmals für deine Rezension!! Werde das Buch vielleicht einmal meiner kleinen Nichte ans Herz legen ;-D
    GlG Klara
    http://www.psychobuch.org

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