Rezension

Rezension | Cecilia: Wenn die Sterne Schleier tragen

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Cecilia | Wenn die Sterne Schleier tragen | Anna Nigra | 5. Juli 2018 | A TREE & A VALLEY Verlag
399 Seiten | Print: 13,99 €; Ebook: 5,99 € | Ansehen? Amazon, Verlag
Rezensionsexemplar

Als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich ein wenig an Selection denken und habe doch etwas ganz anderes bekommen, als ich erwartet habe.

» Der Inhalt «

Einen Fremden heiraten? Cecilia kann nicht glauben, was ihr Vater da von ihr verlangt! Sie ist erst 18, und ihr zukünftiger Ehemann der Kronprinz von Europa!
Doch der König will unbedingt Cecilia als Frau seines Sohnes. Ein Nein würde er nicht dulden.
Nur widerwillig reist Cecilia mit ihrer Familie in den Königspalast, um ihren Zukünftigen kennenzulernen. Zu ihrer großen Erleichterung ist der 21-jährige Prinz Noran aber nicht nur gutaussehend, sondern auch charmant und liebevoll. Doch auch sein temperamentvoller Bruder Elias reizt Cecilia mit seiner provokanten Art. Und als wären zwei attraktive Männer, eine eifersüchtige Schwester und ein ungeduldiger König nicht schon genug, scheint im Palast eine unglaubliche Intrige gesponnen zu werden …

 

Quelle: A TREE & A VALLEY Verlag

» Das Fazit «
Als ich die Anfrage zu diesem Buch erhalten habe, da wusste ich: Dieses Buch musst du allein aufgrund des Klappentextes lesen, denn ich mochte Selection damals sehr. Ja, tatsächlich musste ich bei dem Klappentext ein wenig daran denken. Doch es kommt oft anders als man denkt.

Der Einsteig viel mir leicht. Ich mochte die Protagonistin auf ihre Weise extrem gerne. Auch die Einführung in diese Welt gelingt deshalb so gut, weil der Leser nicht in die Story hineingeworfen wird, sondern vielmehr eine Hand gereicht bekommt und die Story und Königshäuser von Anfang an vorgestellt bekommt. Als Leser muss man sich nicht direkt selber zurechtfinden, sondern erhält eine Richtungsweisung, was mir richtig gut gefallen hat. Denn gerade so kann der Leser die Handlung wirklich genießen, auch wenn im Verlauf der Handlung viele Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet werden. Dies macht umso mehr Lust auf mehr.
Mit Cecilia haben wir eine Protagonistin in diesem Buch, die selbstbewusst auftritt, gleichzeitig aber auch ihren eigenen Kopf hat, sich der Pflichten aber auch bewusst ist und sich ihnen fügt. Wer möchte schon mit einem fremden Mann verheiratet werden? Gerade diese Gedankengänge konnte ich nur allzu gut nachvollziehen. Allgemein empfand ich Cecilia als eine der wenigen Figuren im Buch, die wirklich extrem vielschichtig und gut verständlich aufgebaut waren, auch wenn viele der auftretenden Probleme durch sie und ihre Art verursacht wurden. Ich konnte ihre Beweggründe sehr gut nachvollziehen, während es mir bei dem Prinzen Noran ab und an extrem schwer viel, ihn wirklich verstehen zu können.
Für mich war er trotz der wundervollen Geschichte an einigen Stellen zu rund geschliffen, zu glatt, dass ich eigentlich immer mit einer Wendung gerechnet habe, die so aber nicht kam, weshalb ich in der Hinsicht mit ihm meine kleinen Verständigungsprobleme hatte, am Ende des Buches aber sagen muss, dass ich Team Noran bin.
Im Gegensatz zu ihm steht sein Bruder Elias, der eher der Rüpel und den Bad Boy mimt. Ich fand ihn grandios in der Kombination mit Noran, denn diese beiden Kontraste haben das Lesen erst wirklich spannend gemacht.
Für mich ein ziemlich interessanter Charakter, da ich immer wieder den Eindruck hatte, neue Züge an ihm zu entdecken, was mir bei Noran ein wenig gefehlt hat, vielleicht gerade weil diese Kontrast so groß war und ich Bad Boys ansonsten ziemlich attraktiv finde. Auch wenn ich Team Noran bin, ist mir Elias vom Ding her sympathischer. Für mich hat diese Figur genauso Tiefe erhalten wie Cecilia, was ich ziemlich sympathisch fand, trotz seines Auftretens an einigen Stellen. Man vermutete mehr hinter dieser Fassade und erhielt auch mehr.
Schade fand ich allerdings, dass die Geschichte ein wenig die Spannung fehlte. Während mir der Einstieg super gut gefallen hat, weil der Leser gut eingeführt wird, hätte ich mir gewünscht, dass die Story ein wenig mehr Fahrwind erhält, da das Ende für meinen Geschmack ein wenig zu schnell und aktionreich verlief, was ich mir persönlich auch für das Buch gewünscht hätte, weshalb es durch die Charakterkonstellation an einigen Stellen dann leider etwas oberflächlich wirkt, was das Buch an sich allerdings absolut nicht ist.
Denn trotz Anschlägen und versuchter Entführungen, die darauf hindeuten, dass alles mit der Hochzeit zu tun haben könnte, bleibt der Spannungsbogen irgendwie auf der Strecke, was der Geschichte als solche allerdings keinen Schaden zufügt. Ich habe vermutlich einfach nur mit etwas anderem gerechnet.
Ich denke genau diese Kombination aus den Charakteren und der Handlung, die erst später an Fahrt aufnimmt war es, die leider dafür gesorgt hat, dass ich einen Stern abziehen werde.

Trotzdem konnte die Geschichte an sich mich wirklich begeistern. Wer will nicht ein Mal in die Rolle einer Königin und Prinzessin schlüpfen und zwischen zwei ziemlich attraktiven Männern wählen? Denn trotz der genannten Schwächen konnte mich die Story und vor allem der Weltenentwurf wirklich abholen. Was steckt hinter dem komischen Verhalten ihres Vaters und warum die Eile bei der Hochzeit? Auch schön fand ich die Entwicklung der Gefühle zwischen den Figuren. Gerade dadurch, dass die Handlung nicht so spannungsgeladen war, konnte der Leser diese Entwicklungen gut verfolgen und es wäre, denke ich, tatsächlich ein wenig untergegangen, wäre es aktionreicher gewesen. In dieser Kombination kann ich mich wiederum nicht beschweren, dass es nicht so spannungsgeladen war wie ich es mir gewünscht hätte. Was lernen wir daraus? Jede Kritik hat auch einen positiven Aspekt und den sieht man ganz deutlich hier
Dies unterstreicht zudem der Schreibstil mit vielen direkten Reden, die ich sehr gut gesetzt fand. Gerade so hatte man als Leser den Eindruck, wirklich dabei zu sein und sich seine eigenen Gedanken machen zu können. Denn so hinterfragte ich vor allem das Verhalten anderer. Dies wäre so ohne die Art und Weise des Schreibstils nicht ganz so gut zur Geltung gekommen, was mir richtig gut gefallen hat. Das Buch hält sich nicht mit großen Beschreibungen auf, sondern lässt sie in die Geschichte und die wörtliche Rede mit einfließen, sodass die Handlung als solche nur so dahin floss.

Fazit. Für mich ist das eine tolle Geschichte, die in einem absolut fiesen Cliffhanger endet, bei dem der Leser wirklich wissen will wie es weiter geht. Allerdings sind die Figuren und gerade die Handlungsentwicklung eher eigenwillig, weshalb man sich hier ganz klar darauf einstellen können muss. Hat man dies geschafft, erhält man hier eine Geschichte, die einen wirklich begeistern und halten kann. Wer wie ich Königshäuser und Dreiecksliebesgeschichten mag, sollte sich dieses Buch unbedingt genauer angucken.

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Cover: Copyright des Verlages
Fotos: Eigene/Anna Hein
Sterne: Photoshop/Anna Hein

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