Akutelles Rezension

Mein erstes Mal | Doors: Blutfeld – Markus Heitz

gefällt das.

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Ja, ihr habt richtig gelesen. Mein erstes Mal in diesem Genre. Und mein erstes Mal mit Markus Heitz. Okay, das klang jetzt moralisch ziemlich verwerflich, ich meinte mit einem seiner Bücher, nämlich Doors: Blutfeld. Gut, ich schätze mal, ich mache es mit keinem meiner Aussagen jetzt wirklich besser.

Aber trotzdem: für mich war dies der erste Weg in ein Genre, von dem ich tatsächlich denke, dass es mir wahnsinnig gut gefallen könnte. Und Doors: Blutfeld war nur der Anfang

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Doors | Blutfeld | Staffel 1 | Markus Heitz |
Seitenzahl 320 | Droemer Knaur | erschienen am 1. Oktober 2018
Ebook, Print: 9,99 € | Ansehen: auf Amazon, beim Verlag

Warum ich mich für dieses Buch entschieden habe

Ich habe “Des Teufels Gebetbuch” zu Hause. Leider noch ungelesen, weil ich seit Monaten in einer Leseflaute stecke und irgendwie das Gefühl habe, nicht herauszukommen und dann habe ich das Prinzip/die Idee hinter Doors gesehen, dass der Leser entscheidet, welche Geschichte er verfolgt. Ich habe die Inhalte gelesen und bei 2 von 3 Türen war ich mir sicher: JAU, das ist total dein Ding. Mittelalter (durch diese Tür bin ich hier gegangen – Blutfeld), deren Geschichte wohl gar nicht so verlaufen ist wie wir sie kennen? Frauen, die Herrschen und Männer, die versuchen genau das zu beenden? Vertauschte Rollen? Okay, voll mein Ding. Was würde mich wohl erwarten?

Das zweite Buch war Dämmerung – die Zukunftsversion. Eine mögliche Alternative wie es sein könnte, wenn? Angeteasert durch die Klappentexte, entschied ich mich also dazu, mich ein Mal aus meiner Komfortzone herauszubewegen, denn dieses Jahr war DAS Jahr. Gut, das klingt total dramatisch, aber eigentlich war es nur für mich ein großer Schritt, denn ich habe meine Liebe zu Krimis und Barnaby und mystery Filmen entdeckt. Das war auch ein Grund wieso ich gedacht habe: Okay, why not? Dich spricht der Klappentext an, Benni von Listen hat gefragt, ob ihr was dazu machen wollt – Es war ein Ritt in die Dunkelheit, ohne Licht, ohne Mond und mit der Möglichekit, im vollen Gallopp gegen einen Baum zu krachen. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. (Dieser Vergleich ist mir ziemlich gut gelungen…)

Warum ich abseits von Fantasy gelesen habe

Weil es endlich ein Mal Zeit wurde, die gewohnten Gefilde zu verlassen. Was hatte ich schon zu verlieren? Gerne lesen tat ich seit Monaten leider schon nicht mehr. Versteht mich nicht falsch, ich habe immer noch Lust zu lesen, doch sobald ich ein Buch in den letzten Monaten in die Hand genommen habe, ging die Konzentration irgendwie einen anderen Weg als ich und wir haben uns meistens nur die ersten 15 Minuten gesehen, in denen mir das Lesen wirklich Spaß gemacht hatte.

Also wagte ich den Sprung ins kalte Nass, habe mir Doors: Blutfeld heruntergeladen und gedacht: YES, YOU CAN. Nachdem Benni sich für die Kolonie entschieden hatte, konnten wir also beginnen. Und was soll ich sagen, das erste Buch seit langem, das mich trotz der 300 Seiten (für mich zu diesem Zeitpunkt viel, ja und übrigens damit das dickste Buch aus dieser Serie bis jetzt – Glückstreffer für die, die sowieso gefühlt nur eine Seite am Tag geschafft hat), wirklich umgehauen hat.

Was ich mich davon versprochen habe

Blut, Mord, Bluuuuut. Mittelalter. Selbstbewusste starke Frauen, altmodische Waffen, die auf neuartige treffen. Ein Höhlenlabyrinth, das düster und geheimnisvoll ist.
Blut, Mord, Bluuuuut. Ja, okay. Das war die Kurzfassung dessen, was ich wirklich erwartet habe.

Da ich mir habe sagen lassen, dass man bei Markus Heitz auf alles gefasst sein muss und man Wendungen erhält, bei denen man denkt: JA gut, jetzt hat er ihn umgebracht, ich dachte er sei wichtig, anscheinend doch nicht… war ich wirklich auf fast alles vorbereitet. Naja, dann kam eins zum anderen, ich dachte, naiv wie ich war, so schlimm kann es ja nicht sein, ist ja (ich zitiere mich selber) »”nur Mittelalter” und es sind Frauen, von denen du hoffst, dass sie es irgendwie besser machen als die Männer, auf der anderen Seite wäre das aber auch ziemlich blöd,  weil wir wirklich die besseren Herrscher gewesen wären, halt stop wieso denkst du so – hör auf zu gendern.«
Naiv trifft es ganz gut. Ich dachte wirklich, ich wäre auf alles vorbereitet gewesen, auf neuartige Waffen, in alter Zeit. Auf Gewalt und Blut und Mord und auf eine Suche voller mysterien und dann gibt es da Heitz, der irgendwie ganz andere Pläne hatte als ich.

Was ich erhalten habe – Rezension

Für mich war es mein erstes Buch von Markus Heitz und nachdem ich mir habe sagen lassen: Du kannst alles erwarten und es kommt doch ganz anders als geplant, bin ich irgendwie mit einer Grundhaltung an das Buch herangegangen, dass es “krass” werden würde.

Zunächst erfolgte die Ankunft im Flughaven, wo der Leser die ganze Truppe kennenlernt und ziemlich schnell merkt wie unterschiedlich die Charaktere sind. Besonders gut hat mit Dana Renski gefallen, die direkt am Anfang zeigt wie der Hase hoppelt. Eine ziemlich starke und vor allem selbstbewusste Persönlichkeit, die, so Heitz, auch nett sein kann (guuut, das habe ich jetzt noch nicht gesehen). Ich finde ihre Art so herrlich erfrischend. Dann gibt es da noch Spanger, der sich unbedingt beweisen möchte, ein wenig zu viel mit sich herumträgt und bei dem ich das Bedürfnis hatte, ihn in den Arm zu nehmen. Danach haben wir noch Friedemann, ein, nun, interessanter Zeitgenosse und angeblich Höhlenforscher (an dieser Stelle lasse ich das Ganze ein Mal so stehen, diese Stelle ist in meinem Buch wirklich… krass). Bei ihm war ich von Anfang an skeptisch, er wirkte irgendwie nicht aufrichtig auf mich. Gut, davon abgesehen, dass das ganze Team bezahlt wurde und jeder wohl irgendwie nur an seiner eigenen Haut und eigenen Interessen interessiert war. Trotzdem hatte ich ein komisches Gefühl bei ihm.  Coco Fendi war die nächste im Bunde. Das Medium und wohl die in der Truppe, mit den schwächsten Nerven, die mich wirklich das eine oder andere Mal zum Grinsen gebracht hat, mich aber auch immer wieder staunen ließ. Lasst euch von dieser Fassade nicht täuschen. Theobald und Troneg, Letzterer war mir aufgrund seiner Art einfach super smypathisch und Ersteren kann ich leider immer noch nicht wirklich einschätzen, weil er mehr oder weniger am Rande immer mal wieder erwähnt wird, vielleicht erhält er noch ein Mal eine wichtigere Rolle?

Nachdem ich diese bunt gemischte Truppe kennengelernt habe, war ich mir sicher, das würde eine ziemlich gute Geschichte werden. Die unterschiedlichsten Charaktere auf einem so engen Raum zusammengefercht und dann in einer Zeit, die nicht die unsere ist? Was hat es wohl damit allgemein auf sich?

Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Die Sichtweisen springen zwischen Realität und dem Mittelalter hin und her, denn Herr van Dam, dessen Tochter verschwunden ist, überwacht von außerhalb die Truppe und möchte alles genau wissen. Als dann die Verbindung abreißt, ist er, als auch die Truppe, auf sich allein gestellt. Eigentlich dachte ich, dass alle Figuren in der Realität wichtig seien, doch da sollte ich mich wohl geirrt haben. Es geschehen wirklich unerwartete Dinge, die Sichtweise wechselt, keine paar Minuten später sind viele Menschen tot und ich saß vor diesem Buch und dachte nur: OKAY, ich habe diese Figuren alle irgendwie als charmant und wichtig empfunden, der Autor wohl nicht – zack. Alle tot.

Ich machte an dieser Stelle ein Kreuz hinter meine Erwartung: Blut, Mord, Bluuuuuuut.

Außerdem tauchen wir in der realen Welt immer tiefer in Machenschaften und Intrigen ein, die ich nicht habe kommen sehen. Darüber hinaus erfährt der Leser erste Details über die Türen und wodurch sie überhaupt entstanden sind, während die Truppe auf der anderen Seite immer noch im Dunkeln tappt. Genau diese Sichtwechsel sorgten dafür, dass es wirklich niemals langweilig wurde und ich immer das Gefühl hatte, auf der Hut sein zu müssen. Denn gerade nachdem… Dinge… in der realen Welt geschehen sind, die ich niemals, also wirklich niemals für möglich gehalten habe – hallo, ich fand die Figuren wirklich wichtig…- musste ich echt auf alles gefasst sein. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht mehr, wem ich noch trauen konnte und ehrlich? Das war absolut grandios. Jeder aus der Gruppe könnte eigentlich der Böse sein, oder wollten sie doch irgendwie alle das Gleiche? Würden sie sich einander helfen in einer Zeit, in der die Frauen regierten?

Ich muss ja auch sagen, dass ich von dieser mittelalterlichen Vorstellung absolut fasziniert war. Übrigens: Blut, Mord, Bluuuuut. Ich wollte es nur einwerfen. Auch in dieser Welt super wichtig. Für mich war gerade das World Building trotz der 300 Seiten so unfassbar detailliert, dass ich wirklich das Gefühl hatte, selber die Welt immer mehr zu entdecken. Ich wurde ein Teil der Truppe, versteckte mich, ging zum Angriff über und übelegte, wie wir das Ganze unbeschadet überstehen konnten.
Denn wenn Heitz eines beherrscht, dann, dass man niemals sicher sein kann, auf dem richtigen Weg zu sein. Diese Ungewissheit mit der Eventualität, dass alles möglich ist, machte das Ganze für mich zu einer brisanten Mischung.

Zum Abschluss noch eines. Heitz beherrscht es wirklich, die Tode so nüchtern und ohne Emotionen zu beschreiben, dass ich absolut geflashed davor saß. Mich hätte so etwas mitgenommen und genau das zeigt, wozu alle Figuren in diesem Buch, egal ob reale Welt oder Mittelalter, wirklich fähig sind. Ich bin sprachlos, beigeistert, aber sprachlos.

Fazit

Die 300 Seiten waren für mich eine Reise durch Emotionen, Sprachlosigkeit, kreativen Einflüssen und der Notwenigkeit, zwischendurch das Buch zur Seite zu legen, durchzuatmen und dann doch direkt wieder weiter lesen zu müssen. Wer die Vergangenheit mit leichten Abweichungen faszinierend findet und wissen will wie es wäre, wenn Frauen die Herrscher gewesen wären, der sollte sich dieses Buch unbedingt angucken.

Ich werde auf jeden Fall als nächstes Dämmerung lesen, denn ich habe mir sagen lassen, dass diese Geschichten nur in ihren Grundbausteinen identisch sind. Ihr könnt also 3 unterschiedliche Geschichten erwarten.


Meine Vermutung (wer wirklich gar nichts wissen will, liest an dieser Stelle nicht weiter)

Ich denke, das merkt man bereits an den Klappentexten, dass es Überschneidungen gibt, ja, aber niemals die gleiche Geschichte sein wird. Und dazu: Benni und ich haben uns ausgetauscht. Während bei mir so gefühlt alle Menschen sterben, geht Bennis Geschichte ganz anders weiter und gerade deshalb möchte ich unbedingt die anderen Türen lesen. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass

a) entweder alle Geschichten am Ende doch die gleichen Grundbausteine haben und die gleichen Figuren nachher tot sind oder
b) Man in Staffel 2 hat: Wenn du durch Tür X gegangen bist, ließ hier weiter.  Also wirklich ala einem Spielbuch, bei dem die eigene Entscheidung eine wichtige Rolle spielt

1 Kommentar

  1. Doors – Kolonie von Markus Heitz #live – Listen by Lenny

    7. Oktober 2018 at 7:34 pm

    […] wollt wissen wie es Anna von Fuchsias Weltenecho mit ihrer Entscheidung erging? Dann klickt euch HIER durch oder klickt auf das Bild […]

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