Gedankenvielfalt

Lesung von Ben Aaronovitch in der Lünebuch

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Es gibt diese Autoren, deren Bücher man gar nicht kannte, bis zu dem Tag, an dem man die Lesung besucht, oder von dem Verlag die E-Mail erhält, dass dieser besagte Autor in deiner Nähe liest.

Ich habe vom DTV-Verlag die E-Mail erhalten, dass Ben Aaronovitch, der Autor von “Die Flüsse von London” in Lüneburg in der Buchhandlung Lünebuch lesen wird. Klar, sagte mir der Name etwas, hatte ich Band 1 doch schon seit einer Weile auf dem Sub, aber so richtig klingeln wollte es bei mir noch nicht. Als ich dann noch ein Mal den Klappentext des Buches las, wusste ich: Ja, diese Lesung möchtest du unbedingt besuchen. Die Flüsse von London klingen nach einer Mischung aus Harry Potter, Sherlock Holmes und einer Prise Humor alá Bartimäus.
Damit nahm das Schicksal seinen lauf und ich fuhr also nach Lüneburg.

Der erste Moment der Panik, denn eigentlich wollte ich mit einer Freundin fahren, bis wir gesehen haben, dass die Lesung komplett ausverkauft ist. Diese Reise trug also den Titel: Anna allein in Lüneburg mit der Orientierung einer Erdnuss… und das Ganze unter erschwerten Bedingungen, es war Dunkel und mein Handy hatte ganze 40%. Mama hatte mir also auch noch ihr Handy mitgegeben, damit ich im Falle eines Falles erreichbar war (Spoiler, ich bin mit 80% wieder nach Hause gefahren, ich hatte zum Glück meiner Powerbank dabei).
Es verlief aber alles reibungslos (zu viel Panik um nichts) und dort angekommen staunte ich nicht schlecht. Die Lünebuch besteht aus mehreren Stockwerken und bietet wirklich alles an, was das Bücherherz begehrt, engagieren sich für Lüneburg und bieten darüber hinaus eine Reihe an Veranstaltungen und Lesungen an, dessen ich mir gar nicht bewusst war. Als Winsener bekomme ich so etwas leider selten mit, also ein großes Danke auch noch ein Mal dafür, dass Stefanie vom DTV Verlag mich auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht hat, denn ohne sie wäre ich gestern nicht mit einer solch guten Laune aus der Buchhandlung herausgegangen.
An dieser Stelle sei gesagt, dass Ben Aaronovitch nicht nur den Humor schreibt, sondern auch lebt.

In der Lünebuch angekommen, folgte dann die nächste Überraschung, die ganze Lesung war im Rahmen der British Book Week auf Englisch und der Autor las sogar selber vor, definitiv neben den Fragen das High Light dieses Abends, denn er hat uns den siebten Teil der Peter Grant Reihe vorgestellt (die Flüsse von London), obwohl er offiziell aus dem sechsten Teil hatte lesen sollen.
Doch bevor es zur eigentlichen Lesung ging, unterhielt man sich vor Beginn noch mit seinen Sitznachbarn – Bücher verbinden eben und dann ging es auch schon mit den Fragen los.
Ben Aaronovitch erzählte mit viel Humor und mit sehr vielen ausufernden Storys, wie er zum Schreiben kam, nämlich indem er sehr faul war, wenn es ums Arbeiten ging und Schreiben etwas war, womit er Geld verdienen konnte. Auch sein Bruder schreibt selber und er erfährt wohl in der Biografie seiner Familie sogar immer wieder Dinge, die nicht ein Mal er wusste.
Auch zum Schreiben hat er einiges erzählt und wer ihm auf Twitter folgt, wird wohl von den Emergency Research Tweets wissen. Tweets, die er kurz vor einer Deadline absetzt und dann noch Infos braucht. Ebenso erzählte er, dass er selten ein komplettes Buch im Kopf hat, sondern eher einzelne Szenen, die sich dann beim Schreiben zu etwas Ganzen formen.
Außerdem berichtete er darüber, wie seine Storys zustande kommen – ein weiterer Lacher- denn er erzählte, dass seine Figuren oftmals ganz anders handeln, als es sein Plot vorgesehen hatte und er sie dann quer durch die Wüste jagen muss, sie sich dann aber selten zum Plot zurück bequemen und er dann noch einmal weitere Nachforschungen anstellen muss, weil seine Figur an einen ganz anderen Ort gelangt ist, als er zuvor dachte. Sein Schreiben besteht also auch aus weiteren Nachforschungen nach den Nachforschungen… nach den Nachforschungen.
Ben Aaronivitch hat darüber hinaus einen wunderbar humorvollen Tipp mit auf dem Weg gegeben und dieser ist wirklich mit einem zwinkernden Auge zu nehmen: Lest schlechte Bücher, klaut eine Idee und macht es besser (an dieser Stelle hört man auf der Aufnahme des Diktiergerätes nur lautes Lachen). Ihr merkt, der Autor geht die ganze Sache weniger mit super viel Ernst an, sondern hat Informatives mit viel Humor und Spaß verknüpft und genau das hat die ganze Sache so unfassbar genial gemacht.

Achja, und der Wein – ebenfalls ein wirklicher Kracher. Er bekäme immer so viel Wein geschenkt, dabei trinke er viel lieber Kaffee. Aber er nimmt es mit Humor, hat er doch so immer ein Weihnachtsgeschenk übrig.

 

Diese ganzen Antworten haben rund 40 Minuten gedauert und es kam mir vor wie 10. Selten habe ich in einer solchen Lesung so viel Spaß und Ehrlichkeit erlebt wie bei Ben Aaronvitch.

Ich bin ansonsten immer ein Leser, der sagt, dass mich das Buch ansprechen muss, bevor ich es lese.
Jetzt nach dieser Lesung habe ich das Bedürfnis alles zu kaufen, was von ihm auf dem Markt ist. Alles auf deutsch, englisch, die Comics, die Hörbücher, einfach alles.
Denn auch wenn mich das Buch voll und ganz angesprochen hat, hat mir diese Lesung gezeigt, wie wichtig es sein kann, dass der Autor ein “gutes Verhältnis” zu seiner Leserschaft hat und die hat Ben Aaronovitch wirklich.
Er nahm sich auch bei den Fragen aus dem Publikum Zeit und signierte wirklich alles, bis jeder seine Bücher und Kämme (ja, Kämme) signiert hatte und das auf eine super lässige und total geniale Art.
Und zum Abschluss zeige ich euch noch eine meiner zwei Signaturen (und das, obwohl ich nur mit einem Buch hingefahren bin – it is magic), die wohl am besten ausdrücken, was ich meine:

Der Stift für den Zettel mit dem Namen hatte leider direkt bei dem ersten “n” von Anna den Geist aufgegeben und dementsprechend sah das Anna nach allem aus nur nicht nach….. Anna.
Ich stand also vor ihm und bekam das Grinsen schon gar nicht mehr aus dem Gesicht nach dieser Lesung und er dann (ich schreibe das Ganze ein Mal auf Deutsch, damit es jeder versteht): Aria, Arena…. Arrrrrr?
Ich: Nein, Anna
Er: Ohhh, das sieht aber sehr.. kreativ aus. Ich kann meine Handschrift auch selten lesen und wenn ich mir dann Notizen gemacht habe, frage ich mich immer, was ich mir damit wohl habe sagen wollen (lacht) und schreibt in das Buch: Anna who has terrbile handwriting.

Ihr merkt also, ich könnte euch weitere Stunden von dieser Lesung vorschwärmen und euch sagen, wie genial ich das alles fand und wie sehr ich jetzt motiviert bin, die Flüsse von London weiterzulesen.
Denn lasst euch eines gesagt sein, der Humor und das Fantastische in diesem Buch ist einfach genial – wieso habe ich diese Reihe erst dieses Jahr entdeckt? Denn besonders dieses Buch zeigt, wie sehr sich seine Recherche Reisen auszahlen. Ich habe selten ein solch detailgetreues London erlebt, in dem einfach alles möglich ist.

Danke an den DTV Verlag und Lünebuch, dass ihr diesen Abend überhaupt möglich gemacht habt. Vor allem ein Danke an Stefanie, ohne sie hätte ich diese Veranstaltung und diese Reihe womöglich gar nicht entdeckt.

Lobeshymne Ende, eine glückliche Anna.

Werbekennzeichnung: Im Rahmen der Lesung durfte ich einen Beitrag im Auftrag des Verlages verfassen. Es gab ansonsten keine Vorgaben, die Empfindungen und Co sind also ganz meine eigenen.
Kostenloser Besuch dieser Lesung.
© Cover obliegt dem Copyright des Verlages.
Fotos kommen ansonsten von Anna Hein/Fuchsias Weltenecho

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