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Interview | Die Abgründe von Laura Kneidls Seele

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Hallo ihr,

nach etwas längerer Zeit habe ich es endlich geschafft, das Interview von Laura Kneidl auf der Frankfurter Buchmesse zu verschriftlichen. Der Uni sei dank komme ich gefühlt zu gar nichts mehr. Aber darum soll es heute gar nicht gehen.

Vielmehr geht es heute um Laura Kneidls Abgründe, Gedanken und vor allem Ideen zum Buch “Die Krone der Dunkelheit“.

Ein Großer Dank geht an Steffi, die das Ganze überhaupt möglich gemacht hat.

Disclaimer: Da wir nur 15 Minuten Zeit hatten, gebe ich das Ganze in meinen eigenen Worten wieder. Laura selbst wird das nur so oder so ähnlich gesagt haben.

Wie würdest du die Krone der Dunkelheit in drei Worten beschreiben?

Puh, schwierig. Eigentlich möchte man ungern sein eigenes Buch auf so wenig Worte beschränken. Ein Klappentext zu finden ist ja meistens schon schwierig.
Überraschend, divers (Anna verschreibt sich gefühlt 10 Mal), phantastisch ( im Sinne von Phantasie… wobei Krone der Dunkelheit wirklich fantastisch ist)

Hast du dich ganz bewusst gegen diese klassischen Fantsie-Klischees entschieden?

(Gemeint waren hier: Untergeordnete Frauen; Frauen, die stark sind und sich dann doch wieder, sobald der Typ gut aussieht und Muskeln hat, unterordnet usw;…;)

Ja, ich habe mich mehr oder weniger bewusst dazu entschieden. Ich wollte etwas ganz losgelöst von den gängigen Klischees schreiben, in denen es ja doch oft der Fall ist, dass es zwar starke Protagonistinnen gibt, die sich dann aber einem Mann wieder unterordnen. Meistens sind in solchen Büchern fast nur weiße Figuren zu finden, weshalb es in meinem Buch nicht nur weiße, starke Figuren gibt ( Anmerkung Anna: Du betonst die Hautfarbe aber keineswegs, sondern lässt sie mit rein fließen, was ich wahnsinnig gut gelungen fand.) Genau. Ich sehe mich als weiße Frau auch nicht in der Position über People of Color hauptsächlich zu schreiben, weil ich nun mal weiß bin. Ich habe aber versucht, es so gut es ging zu übermitteln.
(Und das ist, wie ich finde, wirklich richtig gut gelungen)

Wie stehst du dazu, dass dein Buch mit “Das Reich der sieben Höfe” verglichen wird?

Eigentlich ist es ja vielmehr ein Kompliment, mit einem solchen Buch verglichen zu werden, oder? Ansonsten sehe ich eigentlich nur Gemeinsamkeiten, wenn man ein Buch wirklich auf seine Grundpfeiler herunter bricht. Dann haben wir eine Mauer, eine Entführung und Fae und sind wir ein Mal ehrlich, gibt es dann viele viele Bücher, die sich in dieser Hinsicht ähneln.
Game of Thrones hat auch eine Mauer, die vor Wesen schützen soll, Entführungen findet man vor allem bei Feen/Elfen ziemlich oft und die Fae sind ja auch nun mal ein eigenständiges Volk. Abgesehen davon ist der Name Freya von der nordischen Göttin Freya abgeleitet. Ähnlichkeiten zu Feyre sind dementsprechend nicht gewollt gewesen (grinst).

Übrigens (trinkt den Kaffee), waren meine Rechte bereits 2016 verkauft, da war Das Reich der sieben Höfe hier noch nicht wirklich bekannt.

Und ansonsten, muss ich sagen, freue ich mich eigentlich über den Vergleich und empfinde es selbst gar nicht wirklich als Kritik.

(Also wenn das kein toller Umgang und Einblick ist, dann weiß ich auch nicht.)

Wie schaffst du es, ein solches Buch so düster zu schreiben?

“Das kommt aus dem tiefsten Inneren meiner Seele”

(Okay, das lässt jetzt tief blicken…:D)

In welcher Figur findet sich am meisten von dir wieder?

Ich glaube jeder Autor schreibt immer einen Funken von sich in seine Figuren. Ganz losgelöst kann man das wohl nie betrachten, weil sonst die Verbindung irgendwie fehlen würde.

Kann der Leser etwas von deinen Figuren lernen?

Ich finde ja. Allein aufgrund dessen, dass sie nicht die gängigen Klischees erfüllen, zeigen sie einen ganz eigenen Weg auf.  Das man sich als Frau nicht immer alles vom anderen Geschlecht gefallen lassen muss. Ist eine Figur ja doch diesen gängigen “Vorurteilen” gegenüber des anderen Geschlechtes ausgesetzt und zeigt dann, dass dies keineswegs der Wahrheit entspricht. Wir haben alle eine Stimme, also sollten wir sie auch in Büchern nutzen.

Als Leser kann man außerdem mitnehmen, für sich selber einzustehen. Dass man manchmal auch Mut beweisen und Risiko eingehen muss, weil der einfache Weg nicht unbedingt der Richtige sein muss.
(Genau so etwas finde ich immer toll. Eine Message, die jeder irgendwie mitnehmen kann)

Drei Gründe, warum man “Die Krone der Dunkelheit” gelesen haben sollte?

Es ist aktionreich und wird nicht wirklich langweilig
Es gibt Charaktere mit Problemen, die jeder von uns so oder so ähnlich kennt
Sich wegträumen in ph(!)antastische Welten

Was wünscht du dir von Bloggern?

Puh, interessante Frage. Ich glaube am ehesten, dass Blogger ihre Rezensionen nicht nur auf Blogs schreiben, sondern auch auf den Portalen hochladen. Es muss ja gar nicht mal viel sein. Ein “Es hat mir gefallen, weil /nicht gefallen, weil” reicht ja meistens schon, oder wenn es nur drei Zeilen sind. Und das Blogger nicht nur an das SEO Ranking denken. Ich weiß, das ist wichtig, aber niemand erwartet, dass Rezensionen copy paste auf alle anderen Kanäle übertragen wird. Auszüge oder eine Kurzmeinung reicht ja auch schon aus. Man achtet ja doch irgendwie zum Einen auf die Anzahl der Sterne und zum Anderen auf die Anzahl der Bewertungen, ich zumindest mache das irgendwo (Ich übrigens auch).

Selber nutze ich tatsächlich am liebsten Goodreads.

Und zum Abschluss: Was war deine wichtigste Lektion als Autorin?

Das man sich selbst für seine Ideen und Texte einsetzen sollte, denn auch Verlage haben Wünsche und Vorstellungen und ich glaube, gerade in den Anfängen macht man dann doch eher Dinge, die man im Nachhinein so gar nicht mehr machen würde.
Man sollte sich auch als Autor_in nie unter Wert verkaufen und auch für seine Ideen einstehen. Immerhin steht auf diesem Buch letzten Endes der eigene Name. Dementsprechend sollte man auch wirklich hinter den Entscheidungen stehen.

Vielen lieben Dank, Laura, dass du so ehrlich und frei warst, auch die “pikanteren” Fragen zu beantworten. Und euch kann ich nur wärmstens empfehlen, sich Krone der Dunkelheit ein Mal genauer anzusehen.
Ein weiteres großes Danke geht an Steffi von Piper, die das überhaupt ermöglicht hat und ein weiteres Danke dafür, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar bekommen habe.

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