Kolumne

Geht das nicht auch sachlicher?

gefällt das.

Hallo ihr Booknerds,
Derzeit habe ich einige Themen, die mir sehr am Herzen liegen, merkt man gar nicht, oder?
Heute möchte ich ein Mal ein Thema ansprechen, das mir in letzter Zeit immer häufiger über den Weg läuft: subjektive Beiträge und so mancher Mangel an Sachlichkeit, denn vorab sei gesagt, Subjektivität und Sachlichkeit schließen sich keineswegs aus, nun, bei manchen vielleicht schon, wenn ich so darüber nachdenke, welche Beiträge so mancher Blogger im Internet veröffentlicht.

(Fasst auch das jetzt bitte nicht als persönliche Kritik auf, sondern denkt vielleicht einfach einmal darüber nach). Und ja, nach diesem Beitrag ist auch genug gemeckert… glaube ich.

Begriffliche Erklärung

Was ist Subjektivität eigentlich? Nun, zunächst meint es nichts anderes als alles, was wir Menschen denken, wahrnehmen, empfinden oder auch fühlen. Also all das, was wir selber für uns wahrnehmen. Meint auch subjektives Wissen, die persönliche Auffassung über etwas, die eigene Einstellung, Meinung, Empfindung. Subjektivität ist also individuell und eine vom Subjekt selbst bestimmte Verhaltensweise.
Quelle: Yogawiki

Sachlichkeit hingegen meint, sich an Tatsachen zu orientieren, oftmals auch gerne mit Objektivität gleichgesetzt. Meint eigentlich den Gegenpol zur Gefühlsbetontheit, also auch „nüchtern“ betrachtet. Ich denke, wir wissen alle was ich meine. Wer sachlich argumentiert, begründet die Meinung häufig in einem „neutralen“ Ton anhand fundierter Dinge.

Quelle: Yogawiki

Aha und nun? Mag sich so mancher denken. Nun, es geht vor allem darum, dass zunächst jeder Beitrag, sei es über ein bestimmtes Thema, ein Leseeindruck oder einfach eine Rezension subjektiv ist. Niemand wird alles gleich empfinden und niemand wird genau das in einem bestimmten Buch, in einer bestimmten Sache sehen, wie jemand anderes. Das heißt: Jeder von uns handelt subjektiv und niemals wirklich objektiv und das ist erst einmal okay so. Doch auch hier:

Der Ton macht die Musik

So mancher mag nun die Augen verdrehen, aber ja. Wenn ich Beiträge lese, möchte ich gerne die subjektive Meinung zu einem Thema oder Buch lesen, aber nicht direkt das Gefühl vermittelt bekommen, wenn ich genau das vielleicht anders sehe, beim Lesen der Artikels herabgesetzt zu werden. Es kommt häufig gar nicht so darauf an, was gesagt wird, denn oftmals kann ich dem als Leser zustimmen, sondern viel mehr darauf wie.

Ich kann eine Kritik an einem Buch subjektiv, aber sachlich begründet formulieren, indem ich sage wieso mir das gerade nicht gefallen hat, in einem Ton, der sachlich wie auseinandersetzend klingt, ich kann das Ganze aber auch emotional laufen lassen und an dieser Stelle möchte ich ein Mal differenzieren:
Emotional schreiben im Bezug auf sich selber, dass man zum Beispiel sagt: Ich hätte heulen können, wenn ich dies das jenes noch ein Mal lese, oder das Buch klatsche ich irgendwann noch ein Mal an die Wand weil […] finde ich vollkommen legitim und macht zum Teil mehr Spaß, als sachlich begründete Beiträge.
Auf der anderen Seite gibt es emotionale Beiträge, die genau an dieser Stelle dann Leserschaft und Autoren_innen angreifen oder mit so manchem Kommentar echt unter die Grütellinie hauen und das, meine Lieben, gehört für mich nicht in einen solchen Beitrag, korrigiere, in irgendeinen Beitrag.
Ich möchte keinen Puls von 180 bekommen, nur weil ich so manche Dinge anders sehe, oder noch besser, indem ich mit dem was ich tue am besten direkt angegriffen werde.

So etwas hat für mich in einem solchen Beitrag nichts zu suchen (ich weiß, sagte ich schon, aber doppelt hält besser).

Ja, aber Anna, das ist doch so gewollt

Achso, es ist gewollt, Dinge, die Person A nicht gefallen so hinzustellen, als sei es etwas Schreckliches und man sollte es am besten abschaffen? Indem man den Eindruck bekommt, wenn man Beiträge wie XY schreibt, sei das genau das, was niemand lesen möchte? Und das die Tipps von Blogger X oder dir selber die einzig wahren seien?
Wer bist du, dass du das beurteilen kannst?
Entschuldigung, Puls von 180. Weiter im Text.

Ich habe ja absolut kein Problem mit Rants zum Beispiel. Mit Beiträgen über Bücher, vielmehr, die Bücher auseinandernehmen, aber wisst ihr, was richtig gut geschriebene Rants nicht tun? Den Autoren_in persönlich angreifen, die Leserschaft herabsetzen, sondern vor allem auf emotionale Weise (oder auch nicht) sachlich begründen. Häufig bringen sie mich sogar zum Grinsen, weil genau das, was andere als langweilig empfinden, gerade mein Geschmack trifft. Es kommen witzige Vergleiche dazu? Alles klar, you got me.
Was diese Rants aber nicht tun ist, über andere zu urteilen, denn sie geben immer noch die subjektive Meinung des-/derjenigen wieder, der/die das Buch rezensiert hat.
Nicht jeder Rant ist so, keine Frage, so mancher greift auch mal den/die Autor_in an. Aber dies nur am Rande.

Primär richtet sich ein Rant ja erst einmal an das Buch. Klar, kann so mancher sich auch dadurch angegriffen fühlen, das meine ich jetzt gar nicht, was mir bei Rants immer wichtig ist: Die Begründung, die Beweggründe, wieso jemand das genau so empfindet und genau da beginnt für mich (rein subjektiv) der Teil mit der Sachlichkeit. Kritik wird nicht nur geäußert, sondern auch begründet und das mit Beispielen, die verständlich sind.
Über Dinge lustig machen finde ich zum Teil sogar interessanter, als pauschale Angriffe. Zu der harschen Kritik kommt ein Kommentar wie: Wenn sie das noch ein Mal sagt, dann sind wir hier gleich ein Knäuel – sind Dinge, über die ich wirklich lachen kann.
Was ich bei gut gemachten Rants wichtig finde: Die Gradwanderung zwischen Kritik, über Bücher lustig machen und die Sachlichkeit bewahren, anderen vielleicht nicht dauerhaft auf die Füße zu treten, oder ihnen beim Lesen immer wieder eine rein zu hauen.

Zwei Beispiele für solche Beiträge, bei denen ich den Ton und die Formulierung wirklich gelungen finde (auch diese wieder: alles subjektiv)

Was ich jetzt nicht zwingend als Rant, aber als gute subjektive und doch humorvoll begründete Rezension empfunden habe: Schicksalsbringer Band 1* Ink of Books
Ich konnte Annas Meinung verstehen und genau das zeugt für mich von sachlicher Argumentation. Ich habe dieses Buch geliebt (ja, Band 2 muss ich noch lesen) und dennoch kann ich ihre Punkte nachvollziehen. Genau darauf kommt es doch an

Eine weitere wundervoll begründete Rezension: Absolute Gewinner * Trallafittibooks
Ohne jemanden wirklich anzugreifen wird hier fundiert erklärt wieso weshalb warum. Danke dafür.

Ganz besonders sauer aufstoßen muss ich bei Kommentaren, die sinnbildlich darauf abzielen zu sagen: Ob Autorinnen, wenn sie XY schreiben (hier gerne beliebige Konstellation mit M-M, M-F, F-F, auch bezogen auf erotische Szenen), ihre Fantasie ausleben und wie man denn so etwas mögen könne.

Das ist ein persönlicher Angriff, bei dem ich wirklich ein Puls von 180 bekomme – Lesen und lesen lassen. Genau so etwas kann man immer nur auf sich und sein eigenes Empfinden beziehen, niemals auf andere, denn andere mögen vielleicht genau das. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann bitte ohne sich auf Dritte zu stürzen. Ich mag auch so manches nicht, doch ich würde niemals auf die Idee kommen, Leser und Autoren persönlich anzugreifen.

Ein persönlicher Angriff hat darüber hinaus in meinen Augen in keinem Beitrag etwas zu suchen: Dann hat der-/diejenige eben das Buch nicht verstanden, oder wer das liest, der hat eindeutig keinen Geschmack, oder Wenn Autorinnen so was schreiben… (siehe oben). All das sind Dinge, die weder sachlich noch begründet sind, denn, Entschuldigung, wer bist du, dass du dich so überhöht darstellst? Meinungen anderer sollte man zunächst ein Mal akzeptieren, egal, ob man einer Meinung ist, oder nicht, aber eine solche Äußerung zeugt in meinen Augen nicht von Reife, sondern einfach von verletztem Stolz. Klar, kann ich verstehen, dass es schade ist, wenn jemand ein ganz anderes Leseempfinden hatte als man selber, aber trotzdem kann man doch nicht solche Unterstellungen machen. Sogar ein Begriff kann in einem Kontext eine ganz andere Bedeutung haben, als es es vielleicht eigentlich hätte: Das berühmte Teekesselchen. Ich finde es toll, total verschiedene Meinungen zu Büchern, Themen und anderen Dingen zu lesen, aber doch bitte nicht in einem Ton, bei dem ich den Eindruck bekomme, gleich selber alt und faltig zu werden, oder manisch depressiv werden müsse, nur weil ich bestimmte Dinge mag, die jemand anderes abgrundtief hasst (ACHTUNG: Überspitzung. Mein Schild ist gerade kaputtgegangen).

Ich lese auch wenig bis gar keine Erotik, weil ich mit diesen Szenen nicht so viel anfangen kann und es am liebsten überblättere (Ich gehöre zu denjenigen, die After Band 1 nicht so gefeiert haben und habe trotzdem das Bedürfnis, zu wissen wie es weitergeht, seltsam, oder). Das wäre genau das gleiche als wenn ich dann sagen würde: „Habt ihr alle zu wenig S*x, oder wieso muss man so was lesen?“
Das gehört sich einfach nicht. Man urteilt über niemanden auf diese Weise, auch wenn das Schubladendenken normal für unsere Gesellschaft ist. Trotzdem sollte man sich so etwas niemals rausnehmen. Genauso wie jeder gewisse Szenen in Büchern anders wahrnimmt und interpretiert. Gibt es da wirklich eine falsche Meinung zu einem Thema, wenn sich gut begründet ist? Ich denke nicht.
Ich kann auch einfach sagen: „Ich persönlich kann mit erotischer Literatur nicht so viel anfangen, ich finde es wenig erotisch, eine genaue Beschreibung mancher Szenen zu lesen, dann lieber ein P*rno. Also ähm, nicht das ich jemals einen gesehen hätte…. Wer tut so was?… NUR IM BIOLOGIE UNTERRICHT, ich schwöre.
Aber jede Meinung kann jemand anderen angreifen, weil er es anders versteht, was ich aber meine ist: Die Wortwahl ist auch hier das A und O. Ansonsten schreibt man im Affekt Dinge, die man nachher gar nicht so meinte.

Ichhhh schwöha, mit dem wasde schreibst… das kann ja auch nichts werden

Gerne auch auf das Design und Co bezogen, wenn Buchblogs irgendwann alle gleich aussehen und man doch bitte das weiß endlich mal in Ruhe lassen solle – nö, finde ich ganz und gar nicht. Der Header zum Beispiel, oder der linke Strich da, genau der, der sitzt ganz woanders als bei Blogger A. Außerdem ist mein Footer eine Nuance dunkler, so viel Zeit muss sein.
Was erwarten die Leute, was man auf solche Postings antwortet?: OH, ja, stimmt. Jetzt wo du es sagst, ich werde meinen Blog pink machen, es soll Glitzer regnen und Fotos? Ach die mach ich einfach nur noch total individuell draußen im Gras… achso, das machen auch schon Menschen? Ich versenke sie in meinem nicht vorhandenen Aquarium. DAS ist individuell (Übrigens, genau diese Nachricht habe ich so in abgewandelter Form bekommen: Wieso bischte denn jetzt auch weiß wie alle anderen, dein Blogspot Blog war doch viel individueller, sagen auch andere -> Kein wörtliches Zitat, aber naja, es sagt das Gleiche aus)

Nun, was ich eigentlich damit sagen will: Können wir aufhören immer die subjektive Meinung verallgemeinern zu wollen? Hier hört Sachlichkeit leider auf. Eine Meinung (jaaa, ich weiß, subjektive Meinung ist doppelt gemoppelt, danke Word) ist immer noch eine Meinung und ganz ehrlich? Ich LIEBE mein weißes Design. Ich möchte nicht bunt sein und dementsprechend mag ich minimalistische (Word so: kriminalistisch? Meintest du kriminalistisch? Da haben wir es: Minimalisten sind kriminell…) und schlichte Designs bei anderen auch. Auf der anderen Seite gibt es auch viele farbige Designs, die ich total toll finde. Aber auch das ist wieder ein Mal nur: Sujektiv. Andere können weiß (so wie weiße Wände), total lahm und ätzend und ähm, so wie jeder andere Blog auch finden und wisst ihr, das ist okay.
Es ist okay zu sagen: Das ist für mich nicht individuell. Es ist nicht okay zu sagen: Das hat allgemein gar nichts mit Individualität zu tun, ihr seht ja eh alle gleich aus und schreibt die gleichen Beiträge: Schreibt lieber xyz, dann erreicht ihr auch mehr Traffic. Wenn ihr so weiter macht, dann geht ihr eh alle vor die Hunde.

Öhm, darf ich noch selber entscheiden, worüber ich schreiben und was ich lesen will? Oder leben wir in einer Diktatur, in der nur Einer das Sagen hat und der Rest ist das Fußvolk?
Klar, gibt es bestimmt Themen, die so mancher inzwischen drölf Millionen Mal gesehen hat, jemand anderes sieht es jetzt vielleicht zum ersten Mal und so nett bestimmte Tipps auch gemeint sind ala: Schreib doch lieber über… es ist immer noch mein Blog. Es kann Anreize bieten, ich kann eine Liste mit Themen machen, über die ich noch schreiben will, möchte, kann, darf, wie auch immer, aber ich kann niemals sagen: Machst du das so, wirst du auch mehr Follower bekommen und ich schwöha, diu wirst richtig berühmt werden. Was für den Einen funktioniert, funktioniert nicht zwingend für den Anderen.
Das war wohl die Weisheit des Tages. Ich finde es schön, wenn Blogger anderen Bloggern Ideen liefern möchten, ich begrüße diesen Austausch sogar, viel zu oft behalten wir manche Ideen für uns, ehe wir sie nicht selber in die Tat umgesetzt haben. Dabei kann man durch den Austausch vielleicht gerade eine andere Sichtweise bekommen und vor allem: diese auch verstehen. Dennoch finde ich dieses: „Wenn ihr auf mich hört, seid ihr richtig special und wenn ihr das genau so macht, wird das auch was werden – alles andere ist falsch.“, nicht richtig. Was ich cool finde: Themen wie: Meine Beitragsideen (und ich so: Das wäre tatsächlich ne coole Idee).
Was ich nicht cool finde: Das, was du da machst ist so was von 0-8-15, das macht doch jeder. Mach lieber was neues: Schreib hierüber. Viel bessererererererrr….er.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde subjektive Meinung auch bei solchen Themen immer interessant, aber man kann doch nicht vollkommen verallgemeinern und so gefühlt alles und jeden über einen Kamm scheren, der da ist. So manches Mal sollte der/die Schreiber_in vielleicht ein Mal über die eigene Begründung und Differenziertheit nachdenken, denn das, was ich so empfinde, muss eben nicht jemand anderes genauso empfinden. Ebenso wie die eigene Meinung nicht als die einzig richtige hingestellt werden sollte. Man kann nicht von Vielfalt und Individualität sprechen, wenn man dann sich selber und seine eigene Meinung als die einzig Wahre verkauft. Wo ist da die Vielfalt an Meinungen?

So liebe ich es die Kurzrezensionen, Leseplanungen und Leselaunen, oder auch Kolumnen zu heiß diskutierten Themen zu lesen. Reviews zu Filmen und Serien zu schauen und all den 0-8-15 Kram, der mir auch hilft zu entscheiden, ob bestimmte Bücher etwas für mich sind, oder nicht.
Was mich nicht interessiert: Wenn wir Bücher umbenennen würden oder welche Protagonistin welches Getränk wäre.
Individuell? Ja, aber mich spricht es zum Beispiel nicht an, andere schon. Für mich ganz subjektiv hat das keinen Mehrwert und das ist okay. Andere werden auch in diesem Beitrag keinen Mehrwert sehen. Auch in Ordnung.

Aber man nimmt sich bitte nicht raus, alles zu verallgemeinern oder für andere zu sprechen, denn in dieser Position befindet man sich wohl nur als Politiker ( Ich sage nur DSGVO, über die wir uns doch alle so sehr freuen -yeah), oder als diktatorischer Superheld, ja, dann mag das auch noch gehen.


Ihr seht also, Subjektivität und Sachlichkeit müssen sich nicht ausschließen, vielmehr bedingen sie gemeinsam ein schönes Leseerlebnis, ohne das man direkt um sich schlagen und anderen mit Springerstiefeln auf die Füße treten muss (und ja, das tut ziemlich weh).
Gerade im Internet sollte man wohl ein Mal mehr überlegen, ob man gewisse Dinge so sagen möchte, oder ob das nicht falsch ankommt, denn wir haben nun mal keinen Ton (außer über Video), der einem sagt wie das gemeint war.

Gerade deshalb ist es umso wichtiger, die Dinge, die man vermitteln möchte, auch so gut wie möglich zu begründen und vielleicht nicht unbedingt einen Ton/eine Schreibart an den Tag zu legen, bei dem man sich gleich persönlich beleidigt vorkommt.
Manchmal sollte man sich einfach ein Mal fragen: Kommt das, was ich sagen möchte, auch so bei anderen an? Denn auch ich schreibe wie hier Dinge, bei denen ich hoffe, dass jeder es richtig versteht und den Kern so erfasst wie ich es mir gedacht habe. Aber was ist schon richtig? Jeder interpretiert Dinge zwischen die Zeilen, liest die Betonung anders und Zack, haben wir den Salat (mhm, lecker. Jetzt habe ich hunger).

Ich denke aber, dass die Message ankam, oder… ODER? (Ein Nein zählt nicht.)

#Fürmehrmiteinander #oderso

 

Fotos: eigene

9 Kommentare

  1. Cara

    17. Juni 2018 at 10:50 am

    Hallo Anna,

    das ist ein wirklich toller Beitrag.
    Ich selbst versuche auch immer darauf zu achten, meine Beiträge trotz subjektiver Meinung (ja, ich moppel auch doppelt) sachlich zu halten. Besonders bei Rants. Einerseits macht es aus gewisse Art und Weise sogar Spaß, ein Buch auseinanderzunehmen, andererseits habe ich manchmal das Gefühl, dass ich mich dabei viel mehr mit einem Buch auseinandersetze als bei einer 5-Sterne-Rezension. Allerdings ist das ja auch nicht bei jedem der Fall. Gibt ja auch oft genug ziemlich unsachliche Rants.
    Ich lese auch gern diese gemeinsamen Aktionsbeiträge wie Leselaunen & Co. oder eben Rezensionen oder buchige Kolumnen. Gerne auch mehrere zum selben Thema. Es ist interessant, unterschiedliche (oder gleiche, anders begründete) Meinungen zum selben Thema zu lesen.

    Liebe Grüße
    Cara

  2. Ivy

    17. Juni 2018 at 11:25 am

    Liebe Anna,

    ein wirklich wunderbarer Artikel, mit dem du mir quasi aus der Seele sprichst. Puls auf 180? Das kenne ich nur zu gut; habe ich (leider) ganz häufig, wenn ich Rezensionen lese, allerdings nicht nur bei Rezensionen, manchmal reicht auch ein einziges Kommentar auf Instagram. “Das Buch war scheiße, lies es besser nicht. Der Film war übrigens noch schlimmer, lass die Finger davon” Solche Kommentare bekomme ich SOO oft und ich würde lügen, würde ich sagen, dass ich mich das nicht echt anpissen würde. Das macht mir persönlich die Person, die eben diese Kommentare schreibt, unfassbar unsympathisch und meist erwische ich mich dabei, wie ich am liebsten super zickig antworten würde. Ich lasse es eigentlich, weil es mir das nicht Wert ist aber was bitte nehmen sich manche Leute heraus, anderen vorzuschreiben, was sie lesen/schauen sollen? Nur weil sie ein Buch/Film nicht mochten, bedeutet es nicht, dass ich es genauso scheiße finde. Kommentare hingegen die ich persönlich sehr positiv auffasse und super gerne lese sind “Mir persönlich hat das Buch aus Grund X und Y leider nicht gefallen, aber ich hoffe sehr, dass du mehr damit anfangen kannst” – solche Kommentare schreibe ich auch häufig. Ich liebe sie nicht nur deswegen, weil sie höflich und respektvoll sind, sondern weil es manchmal auch eine echt interessante Diskussion anregt; mitunter einer der Gründe, weshalb ich überhaupt als (Buch)bloggerin unterwegs bin, eben weil ich gerne über Bücher spreche/diskutiere.

    Aber das betrifft nicht nur Bücher, sondern eigentlich alles … momentan aktuell z. B. auch das Thema Fußball. Kommentare wie “Ich finde Fußball scheiße, man sollte es abschaffen” machen mich dezent aggressiv. Dieses Verallgemeinern seiner eigenen Meinung finde ich absolut schrecklich und Fehl am Platz, es ist nicht umsonst die eigene persönliche Meinung. Weshalb Leute dennoch davon ausgehen, dass ihre Meinung die einzig wahre ist, verstehe ich einfach nicht – ich will es auch gar nicht verstehen, ich weiß nur, es nervt mich.

    Angriffe gegenüber Autoren/Autorinnen sind ein absolutes No-Go; Morddrohungen und Ähnliches, nur weil ein Buch nicht den Vorstellungen entsprochen hat, gehen auch völlig Fehl. Es ist grauenvoll was manche Leute sich erlauben; wie schnell sie über Menschen urteilen und sich selbst für etwas viel Besseres halten … ich hoffe all das nimmt irgenwann ein Ende, denn es vergiftet diese Community und verbreitet schlechte Laune!

    Danke für diesen wunderbar ehrlichen und zutreffenden Beitrag!

    Liebste Grüße
    Ivy

  3. Sandra

    17. Juni 2018 at 11:46 am

    Danke für den tollen Beitrag….ich kenn das Gefühl von Puls auf 200 nur zu gut. Und hab ehrlich auch schon Leute privat angeschrieben und versucht zu klären, wieso dass so kommentiert wurde. Leider oft mit mässigem Erfolg. Leider ist das wohl nicht nur bei Büchern eine Zeiterscheinung. Allgemein fehlt mir die Disussionskultur und andere Meinungen stehen lassen. Ich hab recht, was ich sage ist die Wahrheit (achtung überspitzung). Dabei find ich gerade den Austausch und dass wir nicht immer alle die selbe Meinung haben so toll, egal ob im Netz oder im realen Leben. Ich hoffe schwer, dass da eine Rückbesinnung statt findet, denn es vergiftet das Miteinander auf eine ganz üble Art und Weise…egal obs bei Büchern, in der Politik oder wo auch immer ist.

  4. Vanny | Bookalicious

    17. Juni 2018 at 12:08 pm

    Hi Anna,
    ein großartiger Beitrag!
    Gerade diese Woche habe ich erst solch eine Rezension gelesen, in der die Leser des Buches angegriffen werden. Ich verstehe es nicht. Merkt man denn nicht, was man da schreibt? Dass es zu weit geht?
    Schlechtes Buch, okay. Muss ja nicht jedem gefallen, aber die Leser anzugreifen.. No Go!

    Liebe Grüße
    Vanny

  5. Nicci Trallafitti

    17. Juni 2018 at 2:00 pm

    Liebe Anna,
    danke für den Beitrag und vor allem fürs Verlinken meiner Rezi <3
    Ich lege auch Wert auf einen angemessenen Ton, zumindest was meinen Blog betrifft, höhö.
    #pöbelnismeinding
    Autoren, Verlage oder Leser anzugreifen geht nicht und letztendlich ändert es ja auch nichts an der Tatsache. UND es ist nun mal alles Geschmackssache, deshalb haben manche Bücher ja Bewertungen von 1-5 Sterne.

    Ansonsten.. das was Ivy sagt! :-D

    Liebe Grüße,
    Nicci

  6. Sarah von Sunny's Bücherschloss

    17. Juni 2018 at 2:53 pm

    Huhu Anna,
    DANKE!
    Eigentlich brauch ich gar nicht mehr dazu sagen, denn dies eine Wort ist das, was ich nach deinem Beitrag fühle.

    Im übrigen bin ich seitdem ich zu WP gezogen bin auch weiß – weil ich es mag, nicht weil ich das Rad neu erfinden wollte.
    Liebe Grüße
    Sarah

  7. Janika

    17. Juni 2018 at 9:47 pm

    Liebe Anna, ich kann mich Ivy und Nicci nur anschließen. Ich finde es auch immer sehr schwierig, wenn man anderen Menschen seine Meinung so aufdrängen muss. Gerade Kommentare wie “Das ist scheiße, lass die Finger davon” finde ich schlichtweg unnötig. Ich frage mich da dann immer, wieso man so etwas überhaupt in die Welt posaunen möchte.
    Ich verfasse sehr gerne Rezensionen, und wenn mir das Buch aus bestimmten Gründen nicht gefallen haben sollte, versuche ich es immer so glimpflich wie möglich zu formulieren. Für den Autor – gerade wenn es ein deutscher Autor ist und er sogar auf meine Rezension aufmerksam werden könnte – tut es mir einfach leid. Jeder Autor hat so viel Herzblut in sein Buch gesteckt und dann lesen zu müssen, wie es auf unangemessene Weise auseinandergenommen wird, tut mir persönlich schon weh. Wenn man kein einziges positives Wort zu einem Werk zu sagen hat, kann an Rezensionen auch oft direkt weglassen. Ich denke auch, dass man immer im Hinterkopf behalten muss, dass es die eigene Meinung ist und nichts pauschal gesagt werden kann. Geschmäcker sind einfach unterschiedlich und gerade bei Büchern kann man das perfekt sehen. Umso schöner finde ich es, dass es in der Bücherwelt so viel Auswahl gibt, dass für jeden etwas dabei ist. Jetzt fange ich an abzudriften :D Was ich sagen wollte: Ein toller Beitrag, der dem ein oder anderen Blogger vielleicht die Augen öffnen wird.
    Ganz liebe Grüße,
    Janika

  8. Wiebi

    18. Juni 2018 at 7:23 am

    Guten Morgen!
    Ich glaube, ich muss mich erstmal sammeln. :D
    Bis vor Kurzem sind solche Beiträge eigentlich spurlos an mir vorüber gezogen, meist habe ich sie gar nicht mitbekommen. Aus das Gegeneinander unter Bloggern hat sich bisher fern von meiner Wahrnehmung gehalten. Bis jetzt. Vor einigen Wochen ist es ein paar Mal dezent auf Facebook eskaliert und da denkt man sich dann, was manchmal so alles schief gehen kann. Angriffe auf die Meinungen anderer Blogger, gegen die Blogger oder Autoren selbst … das sind Dinge, die – wie du schon ausführlich erklärt hast – ein absolutes No-Go sind. Und zwar immer. Mir gefällt das Buch nicht? Gut, also, nein. Nicht so gut. Aber Himmel … was soll’s?! Irgendwem anders wird es gefallen. Das fällt gerade dann auf, wenn ich eine Rezi schreibe und andere verlinken möchte. Verlinke ich dann nur Blogger, die meiner Meinung sind? Auf keinen Fall! Und gerade dann fällt auf, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Nun, das Buch war nicht meins, aber … vielleicht gefällt es meiner Leserschaft ja. Punkte. Ende der Diskussion. Ich bin ziemlich froh, dass ich Diskussionen über Bücher, in denen sich die Leute halb zerfetzt haben und es persönlich geworden ist, nur am Rande mitbekommen habe und nicht mitten im Geschehen war. Ich vermute, dass mir solche Situationen ziemlich an die Substanz gehen würden. Nah am Wasser gebaut und so.
    Dir hat das Buch nicht gefallen? Warum nicht? Und dann kommt eine sachliche Begründung, auf die man eine ordentliche Diskussion aufbauen kann. Geil. Wirklich! Das macht Spaß.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Mehr Miteinander. Wie du schon sagst.

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!

    Liebste Grüße,
    Wiebi

  9. Herzensthemen Juni – Ravens Bookish Paradise

    1. Juli 2018 at 3:45 pm

    […] Anna | Fuchsias Weltenecho Geht das nicht auch sachlicher? […]

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