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Doors – Markus Heitz: Im Wechselbad der Gefühle

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Guten Morgen ihr Lieben. Doors – Markus Heitz erwartet euch.

Heute werden Benni von Listen und ich vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Wir haben mit dem Team die Türen in der Höhle entdeckt und stehen nun vor der Aufgabe zu entscheinden durch welche wir gehen sollen. Ehrlich gesagt hätte ich alle Türen auf ein Mal durchquert, aber da eine Teilung des Menschen noch nicht erfunden wurde, habe ich mich entschieden die Tür mit dem Ausrufezeichen zu durchqueren. Das Mittelalter. Eine Zeit, die mich schon immer fasziniert hat und doch hat Markus Heitz etwas geschaffen, das so ganz anders ist, als erwartet.

Vielleicht, ganz vielleicht,

würde es aber auch sinnvoller sein sich aufzuteilen, dachte Anna. Beginnen so nicht immer die schlimmsten Szenarien in Horrorfilmen?
Einer schlägt vor, dass man sich aufteilen solle und alle sterben?
HUCH, hat sie jetzt schon gespoilert wie diese Geschichte möglicherweise ausgehen könnte? Nachdenklich betrachtet Anna die Türen. Drei mit ?, eine mit ! und eine andere ist mit X markiert. Welche der Türen sollen sie nehmen? Gab es Hinweise, die sie vielleicht gerade nur übersehen? Das Pendel der Hellseherin scheint ja ganz eindeutig zu wissen wo sich die Vermisste befindet, aber ob man ihr glauben kann?
Anna möchte ihr glauben. Übernatürliches fand sie seit ihrer Kindheit faszinierend und doch gibt es da diese kleine Stimme der Rationalität im Hinterkopf.
Während alle schweigend die Türen betrachen, werfen die Bengalfackeln unheimliche Schatten an die Wand, was würde sie wohl hinter diesen Türen erwarten?
Der Tod? Oder gab es vielleicht noch etwas Schlimmeres?

Sie sieht Benni an, der den gleichen Gedanken zu haben scheint. „Vielleicht sollten wir uns wirklich aufteilen.“, raunt er Anna zu, die nur nickt. „Ich glaube, bevor das Team wirklich eine Wahl getroffen hat, sollten wir unsere Treffen.“, antwortet sie im gesenkten Tonfall.
„Das Pendel ist sich ja wirklich sicher, aber ich habe vor der Tür mit dem ! einen Stofffetzen gesehen, ich denke, das wird meine Tür sein. Welche wählst du?“

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Fuchsias Weltenecho, Blutfeld

Noch ehe ich groß darüber nachdenken kann, haben Benni und ich unseren Plan sich aufzuteilen den anderen Gruppenmitgliedern mitgeteilt. Auch sie sind nicht wirklich begeistert davon, haben wir in der Höhle doch Leichen und… Überreste von Menschen gefunden, die jetzt nicht unbedingt der lebende, Entschuldigung, tote Beweis dafür sind, dass das Aufteilen eine so wundervolle Idee ist. Doch wenn wir unsere Vermisste finden wollen, müssen wir manchmal Dinge tun, die absolut hirnrissig erscheinen.
Also gehe ich mit dem Rest vom Team auf die mittelalterlich wirkende Tür mit dem Ausrufezeichen zu, atme ein Mal tief durch und öffne sie. Verschlossen.
Ein Ring zum Anklopfen befindet sich weiter in der Mitte der Tür, doch irgendwie fühlt es sich seltsam an, um Einlass zu bitten. Auf der anderen Seite… das Mittelalter, wenn es denn das Mittelalter ist, ist geprägt von lauter seltsamen Machenschaften und Szenarien. Frauen hatten zu der Zeit eh nicht viel zu sagen, wobei ich auf dem Weg nach unten aufgeschnappt habe, dass diese Zeit hier wohl ganz anders als in den Geschichtsbüchern verlaufen soll.

Ich sollte wohl auf alles gefasst sein.

Doch bin ich das wirklich? Kann ich das wirklich? Gefasst sein auf das, was mich hinter der Tür erwartet? Ich habe gehört, dass Frauen wohl an der Macht sind und sich bekriegen. Eine Zeit, die von Frauen regiert wird, klingt auf jeden Fall nach etwas ganz anderem. Kann ich also das Gleiche erwarten wie von Männern? Ich atme tief durch. Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass Frauen hinterlistige Biester sein können und zu allem bereit sind, wenn sie denn kämpfen müssen. Ziele verfolgen sie mit eisernem Willen, während männliche Verschwörer wohl das Ende des Matriarchats, also der Herrschaft der Frauen, planen.
Ob sie wohl vorhaben selber in der Rangordnung aufzusteigen? Ich denke, da können sich die Männer auf einiges gefasst machen.

Noch immer habe ich nicht angeklopft, denn meine Gedanken fahren Karussell. Sollte das stimmen, was ich aufgeschnappt habe, dürfte es blutig werden. Macht, Gier und Neid sind auch zu der damaligen Zeit vertreten, auch wenn man nicht mit Waffen kämpfte wie wir sie heute haben.

Habe ich überhaupt die richtige Kleidung an? Sitzt meine Frisur? Das richtige Schuhwerk?
Ich glaube auf das, was mich hinter der Tür erwartet kann ich niemals gänzlich vorbereitet sein. Wer weiß schon wie es ist, wenn Frauen an der Macht sind und die Kriege führen? (Insgeheim hoffe ich ja immer noch, dass sie sich einfach alle mit Wattebällchen bewerfen, aber ich schätze nach dieser Höhle und den zerfetzten Leibern, kann ich mich von dieser Vorstellung wohl verabschieden).

Ich hoffe einfach auf eine spannende Reise mit tiefen Einblicken in eine Geschichte, wie ich sie noch nie gehört habe. Ich hoffe darauf, dass es am Ende nicht heißt: Frauen sind die besseren Herrscher(innen), denn dann hätten wir in unserer Zeit einiges falsch gemacht. Ich hoffe auf ein Gedankenkarussell, auf Intrigen mit Köpfchen und hoffentlich (auch wenn ich enttäuscht werde) nicht zu viel Blut.
Aber da wo Menschen sind, gibt es immer Blutvergießen.

Ich betrachte meine Tür noch ein letzten Mal. Sehe das Ausrufezeichen an, atme tief ein und öffne die Tür in eine mir unbekannte Welt.
Die Finger habe ich hinter dem Rücken gekreuzt und hoffe auf das Beste.
Drei Mal auf Holz klopfen soll Glück bringen, habe ich gehört. Und Glück können wir wohl gerade in dieser Zeit des Mittelalters sehr gut gebrauchen…

 

©
Fotos: Fuchsias Weltenecho
Cover: Droemer Knaur
Verwendete Fotos: Shutterstock

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