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#bleibdu | Von Triggern und anderen Schwächen

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Wenn du auf diesen Beitrag geklickt hast, dann vermutlich deshalb, weil der Titel sehr reißerisch klingt. Weil du vielleicht weißt, dass klitzekleine Dinge ausreichen, um dich in die Vergangenheit zu katapultieren, zusammenzubrechen, oder dich einfach an schlimme Situationen erinnern, mit denen du abgeschlossen hattest.
Wenn du auf diesen Beitrag geklickt hast, möchte ich dir hiermit sagen: Es ist okay, sich triggern zu lassen. Es ist okay, Schwächen, schwache Momente zu haben. Jeder Mensch hat seine Vergangenheit und für diese sollte man sich niemals schämen.


Ich möchte das Ganze mit einem Zitat beginnen. „Ich will noch so jedes kleine Detail aus meinem Gedächtnis streichen. Drei Jahre lang war ich stabil und jetzt möchte ich nicht wegen dieser Sache zusammenbrechen. Eine einzige Schneeflocke.“ (Mele, 2019, S. 21)


Trigger, also Auslöser, die negative Gefühle und Erinnerungen hervorrufen können, die einen in die Vergangenheit versetzen und einen Dinge wieder durchleben lassen, die man verarbeitet geglaubt hat, können verschiedenste Formen haben (Triggermedia, 2012). Das kann ein Geräusch sein, ein Eindruck, ein Wort, ja, sogar eine Stimme oder Situation. Trigger können jeden treffen und wisst ihr was? Das ist kein Grund, sich dafür zu schämen. Jeder von uns hat eine Vergangenheit, jeder von uns hat Erlebnisse, die ihn/sie geprägt haben und manchmal, ja manchmal, gibt es Situationen, die man niemandem wünscht. Suizid, Vergewaltigung, der Mord/Tod eines geliebten Menschen, auch Mobbing, all das sind Dinge, die Frauen wie Männern widerfahren, die Menschen erleben und an die sie durch einfache Auslöser wieder wachgerufen werden können. Und genau hier liegt die Gefahr. Wir wissen nicht, was anderen Menschen widerfahren ist. Manchmal kann man andere sogar ganz unbewusst oder unbedacht triggern, weil man eben die Vergangenheit des anderen nicht kennt. Niemandem steht auf die Stirn geschrieben: Ich wurde vergewaltigt. Niemanden steht auf die Stirn geschrieben, mit Themen wie dem Tod oder Mord möchte ich aufgrund jüngster Ereignisse nicht konfrontiert werden.

Und doch gibt es so wahnsinnig viele Menschen da draußen, die Triggerwarnungen nur müde belächeln. Die sagen: Warum sollten wir sensible Themen denn kennzeichnen? Nachher spoilert das jemanden. Natürlich spoilert das jemanden, aber was ist wichtiger als mental health? Sollte nicht jeder selbst entscheiden dürfen, sich mit gewissen Themen, die ihn/sie triggern können auseinandersetzen zu wollen? Sollte nicht jeder selbst sagen können: Das möchte ich jetzt nicht lesen/schauen/hören? Möchte man Menschen wirklich diese Entscheidung abnehmen?

Wisst ihr, wenn ihr jetzt am Ende dieses Beitrages seid, dann überlegt vielleicht ein mal, ob es auch in eurem Leben Momente gab, die euch in die Vergangenheit zurückversetzt haben. Die euch an Dinge erinnert haben, die ihr lieber vergessen wolltet und euch ein ungutes Gefühl beschert haben. Ich kenne dieses Gefühl und umso wichtiger finde ich es, dass man sich für solche Schwächen niemals schämen sollte. Dies bedeutet aber auch, dass andere einen sensibleren Umgang pflegen müssen. Dass andere aufpassen sollten, Späße über ernste Themen zu machen oder gar abfällige Bemerkungen. Nur weil es euch nicht betrifft, kann es immer noch andere betreffen.
Ihr wisst nicht, wem ihr alles auf die Füße tretet, wen ihr alles verletzt und manchmal kann man mit Worten oder Dingen so viel mehr kaputt machen, als man ahnt. Und „Eine wie wir“ arbeitet dieses Thema Trigger wahnsinnig gut auf.

Anna.

Eine wie wir – Dana Mele

Kay Donovan ist siebzehn und hat ihr Leben am Bates-Internat in Neuengland neu eingerichtet. Doch als ihre Clique die Mitschülerin Jessica Lane tot auffindet, ändert sich alles und Kays sorgsam konstruiertes Dasein beginnt zu bröckeln. Denn Jessica hat Kay einen verschlüsselten »Racheblog« hinterlassen, in dem nahezu alle verdächtigt werden, die etwas mit ihrem Tod zu tun haben könnten. Und Kay soll alle Betreffenden mit ihren Vergehen konfrontieren – tut sie dies nicht, würden alle anderen von Kays Geheimnis erfahren …
Quelle: Amazon/Arctis Imprint

Eine wie wir | Dana Mele | Arctis Imprint | 352 Seiten | erschienen am: 28. Februar 2019 | Amazon | Leise wie laut, bedrohlich wie liebevoll. Ich war vielleicht nicht direkt von Beginn an gefesselt, aber es schleicht sich an und dann will man es wissen. Bis zur letzten Seite.

Meine Rezension

Dieser Beitrag steht in direktem Zusammenhang zu der #bleibdu Kampagne. Auf dieser Verlinkung findet ihr auch alle weiteren Beiträge.  Bleib du von Netzwerk Agentur Bookmark und Authors Assistant. Lesen, Kloß runterschlucken, ein Zeichen gegen Mobbing setzen.


Quellenverzeichnis:
Mele, Dana (2019): Eine wie wir, Atrium Verlag AG, Imprint Arctis, Zürich, 1. Auflage.
Triggermedia (2012): Was ist ein Trigger? Was ist ein Trauma?, online verfügbar unter: https://triggermedia.wordpress.com/2012/10/18/was-ist-ein-trigger-was-ist-ein-trauma/, zuletzt aufgerufen am 28.04.2019.

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3 Kommentare

  1. Nora Elerî

    17. Mai 2019 at 11:27 am

    Ich finde Trigger Warnungen ein schwieriges Thema, wobei ich dir voll zustimme Mental Health über Spoiler! Ich würde mir nur wünschen, dass es eine Lösung für beides gäbe. Zum Beispiel The Poppy War von R.F.Kuang … da war es meiner Meinung nach genau richtig. Rezensionen, egal ob Blog oder Booktube, haben nur gesagt es wäre ein wirklich hartes Buch mit vielen Trigger Warnungen, dass man vorsichtig sein sollte und dann für Details den Blogeintrag der Autorin verlinkt wo sie nicht nur darüber spricht, was drin vorkommt sondern auch warum sie das alles mit reingenommen hat. Oder Bücher die die Trigger Warnungen vorne auf eine extra Seite im Buch schreiben. Dann kann jeder selbst entscheiden ob er die gerne angucken möchte um gewappnet zu sein oder weiß, dass er es auch ohne lesen kann. Ich selbst finde es schade, wenn mir ein Buch dadurch etwas verleidet wird, weil ich die ganze Zeit auf die Stelle warte … aber wie gesagt, immer noch lieber so, als das jemand wirkich dadurch schaden nimmt.

    Was ich aber auch schwierig finde, ist eben das Trigger ganz individuell sind. Man kann durch alles mögliche getriggert werden. Es ist schwierig die Grenze zu ziehen. Aber das ist sicherlich auch ein Lernprozess.
    Guter Post von dir! Ich schau mir auch definitv die anderen der Aktion an.

  2. Ida

    17. Mai 2019 at 12:16 pm

    Ein starker Beitrag, liebe Anna! <3

  3. Die Würde des Menschen ist unantastbar #bleibdu

    19. Mai 2019 at 9:00 am

    […] 16.5. Von Triggern und anderen Schwächen Anna von www.fuchsias-weltenecho.de […]

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